Erstellt am 22. Mai 2017, 15:13

von Edith Mauritsch

„Pawelka“ wieder geöffnet.

Nach langen Jahren des Dahindämmerns fand ein Stück regionale Zeitgeschichte im Museumsdorf seinen würdigen Platz. Die Greißlerei Pawelka aus Jedenspeigen „eröffnete“ mit einem Festakt nach fast einem halben Jahrhundert Stillstand. Die Originaleinrichtung aus dem 19. Jahrhundert ist Beispiel dörflicher Struktur und des Einkaufverhaltens im Wandel der Zeit.

„Social Media“ gab es immer schon, nur die Form war eine andere. Wer die neuesten Nachrichten erfahren wollte, ging ins Wirtshaus oder zum Kaufmann, zu selbigem natürlich auch, um Waren des täglichen Bedarfes zu erwerben. Lebensmittel selbstverständlich, Zigaretten, Eisenwaren und Stoff für die Schürze, Waschmittel, Seife und Unterwäsche – das Warenrepertoire verpackte der ehrenamtliche Mitarbeiter Peter Huber in ein launiges Gedicht.

Kultur.Region.Niederösterreich-Geschäftsführer Edgar Niemeczek: „Wir wollen die Geschichte hinter den Objekten in den Blickpunkt rücken.“ Entsprechend erschöpft sich das Projekt „Pawelka“ nicht nur in der Ausstellung der Objekte. „Aus den Gesprächen mit den Zeitzeugen durfte ich Wissen mitnehmen, an dem die Museumsbesucher teilhaben können“, so Projektleiterin Edeltraud Hruschka, die die Familiengeschichte und die Vielfältigkeit des Warenaustausches in der Region mit fahrenden Händlern und Märkten anhand von Interviews mit Zeitzeugen untersuchte (die NÖN berichtete).

Für den Obmann des Freundesvereins, Herbert Nowohradsky, war der Erhalt der Einrichtung Herzensangelegenheit, verbindet er doch Kindheitserinnerungen mit dem Geschäft. So galt sein Dank Anna Klevan, geborene Pawelka, für die Zusammenarbeit. „Es ist hervorragend gelungen, die Atmosphäre im Geschäft wiederzugeben“, so Nowohradsky. Unterstützt wird das Projekt zusätzlich vom Viertelfestival, das heuer unter dem Motto „Metamorphose“ steht.