Erstellt am 10. Dezember 2015, 05:33

von Thomas Schindler

"Niemand steht gern im Stau". Grüne bemängeln, dass nur 6.000 von 50.000 Pendlern im Bezirk die Bahn benutzen, der Rest fährt mit dem Auto: "Weil das Öffi-Angebot einfach katastrophal ist."

Vizebürgermeisterin Margot Linke, Landtagsabgeordnete Amrita Enzinger, Gemeinderat Gerhard Haitzer und Grünen-Bezirkschefin Gemeinderätin Beate Kainz (von links).  |  NOEN, Schindler

"50.000 Menschen pendeln täglich aus bzw. in den Bezirk Gänserndorf, aber nur etwa 6.000 davon tun dies mit der Bahn, der Rest fährt mit dem Auto“, ärgern sich die Gänserndorfer Grünen und fühlen sich in ihrer langjährigen Kritik am „schlecht ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz in der Region“ bestätigt.

Landtagsabgeordnete Amrita Enzinger sowie ihre Mitstreiter Margot Linke (Vizebürgermeisterin in Gänserndorf), Gerhard Haitzer (Gemeinderat in Strasshof) und Beate Kainz (Gemeinderätin in Gänserndorf) sind sich sicher: „Es ist klar, dass viele Pendler nicht aus Jux und Tollerei mit dem Auto im Stau nach Wien stehen, sondern liebend gern auf Öffis umsteigen würden, wenn ein entsprechendes, attraktives Angebot vorhanden wäre.“

Kein Anreiz für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel

Damit meint die Öko-Partei nicht nur bessere Bahn- und Bus-Takte, sondern auch günstigere Preise. Enzinger rechnet vor: „Wer von Hohenau mit der Bahn täglich zur Arbeit nach Wien fährt, bezahlt im Jahr 1.230 Euro – da ist der Fahrpreis für Wien aber noch gar nicht dabei.“ Dies sei viel zu teuer und absolut kein Anreiz für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel: „Ein 365-Euro-Jahresticket für alle Öffis in ganz NÖ muss her.“

Die Grünen fordern auch einen Viertelstundentakt auf den Gleisen im Bezirk sowie einen Schienenausbau: „Auf der Nordbahnstrecke gibt es seit 100 Jahren zwei Gleise, da hat sich nichts geändert. Straßen hingegen werden ständig mehr.“ Drei oder vier Gleise seien in Zukunft auf der Nordbahn denkbar und notwendig, so die Öko-Partei.

Was die Grünen auch ärgert, ist der neue Fahrplan der ÖBB. Konkret geht es um den Stopp des „Wieselzuges“ R 2315 , der um 7.55 Uhr von Gänserndorf Richtung Wien abfährt. „Dieser Zug hält nicht mehr in Strasshof, dafür jetzt in Deutsch-Wagram.“ Was für die Öko-Partei nicht nachvollziehbar ist: „In Deutsch-Wagram halten ohnehin 21 Wieselzüge pro Tag Richtung Wien, in Strasshof sind es nur zwei.“

Der besagte R 2315 wäre nicht nur für die Strasshofer wichtig, sondern auch für die Gänserndorf-Südler und die Schönkirchen-Reyersdorfer. „Entsprechende Unterschriftenlisten laufen bereits, damit diese Fahrplanänderung rückgängig gemacht wird“, so die Grünen.