Erstellt am 12. Oktober 2016, 05:00

von Christoph Reiterer und Nina Wieneritsch

Pendler-Probleme: 2026 wird alles gut. Schneller, öfter, moderner: Die Nordbahnstrecke zwischen Bernhardsthal und Wien soll komplettes Makeover erhalten.

Am Gänserndorfer Bahnhof liegt trotz einiger bereits erfolgter Modernisierungs-Maßnahmen noch einiges im Argen: Die Park-and-Ride-Anlage platzt an Wochentagen aus allen Nähten und die vollständige Barrierefreiheit lässt auf sich warten – Probleme, die bald der Vergangenheit angehören sollen.  |  privat

Eine Geschwindigkeitserhöhung auf 160 km/h, ein Schnellbahntakt von 15 Minuten zwischen Wien und Gänserndorf, barrierefreie Bahnhöfe: Vergangene Woche wurden allen Bürgermeistern, deren Gemeinden an der Nordbahn liegen, die Eckpfeiler des geplanten Ausbaus offiziell von VP-Landesrat Karl Wilfing vorgestellt.

Der Plan: Die Pendlerstrecke, die von Wien-Süßenbrunn über Gänserndorf bis nach Bernhardsthal führt, soll rundumerneuert werden.

Neue Pläne betreffen nicht nur die Züge

Das Zugsicherungssystem „ETCS“ wird für mehr Sicherheit sorgen. Die Reduktion von Eisenbahnkreuzungen bzw. deren Umwandlung in Unter- oder Überführungen ist eine wichtige Voraussetzung für die Geschwindigkeitserhöhung. An Bahnhöfen, die noch nicht barrierefrei gestaltet sind, sollen Liftanlagen eingebaut und niveaufreie Zugänge errichtet werden. Zudem wird die Verbindungsstrecke zwischen Gänserndorf und Marchegg elektrifiziert (die NÖN berichtete über den Spatenstich für das zweigleisige Ausbauprogramm auf der Marchegger Ostbahn).

Der Startschuss für die Genehmigungsverfahren ist gefallen, gedulden müssen sich die Pendler dennoch: Der Baubeginn ist für 2021 geplant, die Fertigstellung für 2026. 600 Mio. Euro werden vom Bund über den ÖBB-Rahmenplan investiert, um auch den Zugverkehr bis Prag attraktiver zu gestalten.

Noch heuer soll es 110 neue Parkplätze geben

Unmittelbare Auswirkung hat das Projekt für die Park-and-Ride-Anlage in der Bezirkshauptstadt, die aufgrund der hohen Anzahl an Pendlern dringenden Ausbaubedarf hat. Noch in diesem Jahr soll deshalb auf dem Areal eines alten ÖBB-Magazins mit der Errichtung von 110 zusätzlichen Parkplätzen gestartet werden. VP-Bürgermeister René Lobner hofft, den dafür notwendigen Vertrag nächste Woche am Tisch zu haben.

„Wir wollen diese Ausbaustufe 1, wie wir sie nennen, noch im Winter in Kooperation mit der Straßenverwaltung umsetzen“, sagt der Stadtchef. Damit wäre eine rasche Abhilfe für alle Betroffenen geschaffen. Wie viele weitere Stellflächen darüber hinaus nötig sind, werde im Rahmen des Nordbahn-Projekts evaluiert.

Außerdem drängt Lobner weiterhin auf die komplette Barrierefreiheit am Bahnhof. Wöchentlich gebe es Beschwerden, weil auf der Lagerhaus-Seite nach wie vor kein Lift installiert worden ist.

Beschwerden über Zugausfälle und Verspätungen

Apropos Beschwerden: Diese werden nahezu täglich von Pendlern laut, die sich über Zugausfälle und/oder Verspätungen auf der Strecke zwischen Gänserndorf und Wien ärgern. Beate Kainz, Mobilitätsbeauftragte der Gänserndorfer Grünen, kennt die Problematik: „Das war schon immer so. Auf der Strecke verkehren teils sehr alte Garnituren, die jetzt aufgeben – was eigentlich schon wieder gut ist, weil sie dann erneuert werden müssen.“

Umso erfreuter zeigt sich die Grünen-Bezirksverantwortliche natürlich ob der Tatsache, dass sich nun endlich etwas tut – auch wenn die Fertigstellung erst für 2026 geplant ist. „Gut, dass das Projekt inzwischen beschlossen ist“, so Kainz.