Erstellt am 08. Januar 2016, 05:03

von NÖN Redaktion

„Nur 2003 war trockener“. Wolfgang Neudorfer von der Marchfeldkanal-Gesellschaft berichtet über die Wetterkapriolen der vergangenen zwölf Monate: „Zu wenig Niederschlag und viel zu warm.“

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Wolfgang Neudorfer, Geschäftsführer der Marchfeldkanal-Gesellschaft, zieht Bilanz: „424 Millimeter Jahresniederschlag im Marchfeld. Das bedeutet bei einem langjährigen Mittelwert von 534 Millimeter, dass es 2015 gleich um 110 Millimeter oder 21 Prozent weniger geregnet hat.“

In den letzten 20 Jahren sei es nur im Jahr 2003 trockener gewesen. Erste ergiebige Niederschläge seien erst im Oktober aufgetreten. „Besonders auffällig waren die hohen Temperaturen: Allein im August wurden neun Tage mit Höchstwerten von über 35 Grad registriert. Aber auch im November und im Dezember war es mit Temperaturen von über 20 Grad beziehungsweise 15 Grad viel zu warm“, fügt Neudorfer hinzu.

Extreme Trockenperioden seien zwischen März und Ende Mai sowie zwischen Mitte Juni und Mitte August aufgetreten. Dort, wo es möglich war, musste die Landwirtschaft den fehlenden Regen durch Einsatz der Bewässerung ersetzen, um Trockenschäden der Kulturen zu verhindern. Bereits Mitte März sei es notwendig gewesen, die Samenkeimung durch Beregnung zu unterstützen.

Neudorfer: „Stärkste Bewässerung im Juli“ 

Die Beregnungszeit habe schließlich bis Anfang Oktober gedauert, wobei der Schwerpunkt der Bewässerung im Juli lag. „Rund 70 bis 80 Millionen Kubikmeter Wasser wurden für die Beregnung verwendet“ , berichtet Neudorfer. Und weiter: „Dies stellt einen Spitzenwert dar, der in diesem Ausmaß bisher noch nie erreicht wurde.“

Ein neues Phänomen würden die hohen Verdunstungswerte im Herbst darstellen. Die Sonneneinstrahlung und die relativ hohen Temperaturen hätten zu einer starken Austrocknung der Böden geführt. Aber auch Schnee ist gefallen: Am 26. November präsentierte sich die Landschaft leicht angezuckert. Für mehr habe es nicht gereicht.