Erstellt am 05. Mai 2016, 05:04

von Edith Mauritsch

Ortschefin erzürnt: Steht Heim vor dem Aus?. Die Zukunft des Landeskinder- und Jugendheimes Matzen ist ungewiss, der Betrieb bleibt bis Herbst aufrecht, eine allfällige Nachnutzung ist noch nicht geklärt.

Eine Schließung oder Nachnutzung des Heimes werden Anfang Mai diskutiert.  |  NOEN, privat

Gerüchte über die Schließung des Landeskinder- und Jugendheims und eine mögliche Nachnutzung als Unterkunft für Asylwerber lassen in der Ortschaft die Wogen hochgehen – zumal die Gemeindeführung von dergleichen Plänen laut eigenen Angaben bislang keine Ahnung hatte.

SP-Ortschefin Claudia Weber ist auf den roten Landesrat Maurice Androsch derzeit nicht so gut zu sprechen: „Es geht nicht an, dass der Bürgermeister der letzte ist, der etwas erfährt.“ Auch VP-Obmann und geschäftsführenden Gemeinderat Stefan Flotz sowie den FP-Gemeinderat Johannes Schütz trafen die Berichte unvorbereitet. Im Gespräch mit den NÖN bestätigte die Direktorin des „KIJUB“, Susanne Sellnar, dass die Unterbringung in kleinen Gruppen angestrebt wird.

„Wir sind im Gespräch für ein Mietobjekt in Gänserndorf. Leider ist es noch immer so, dass den Kindern das Stigma Heimkind anhaftet und diese Situation ist für unsere Schutzbefohlenen sehr belastend. Zwischenzeitlich gibt es auch Hilfestellungen für Familien, die ohne Unterbringung in einem Kinderheim auskommen“, erklärt Sellnar.

Androsch: "Betrieb jedenfalls noch bis Herbst"

Anton Feilinger, Pressesprecher des zuständigen Landesrates Maurice Androsch (SPÖ), sagt, dass der Betrieb jedenfalls noch bis in den Herbst fortgeführt werde. „Über eine Schließung oder allfällige Nachnutzung wird selbstverständlich unter Einbeziehung der Bürgermeisterin Anfang Mai diskutiert.“

Flotz könnte sich im Falle des Freiwerdens gut vorstellen, den Schulstandort Matzen mit einem weiteren Schultyp auszubauen. Für den freiheitlichen Schütz steht die Sicherheit der Bürger an erster Stelle, sollten sich die Gerüchte um eine Flüchtlingsunterkunft bewahrheiten. Die Möglichkeit dazu wäre aufgrund des Durchgriffsrechtes gegeben.

Weber führt noch einen anderen Punkt ins Treffen: „Das Gebäude hätten wir sehr gut für die Volksschule nützen können, zumal ich am Beginn der Ausbaupläne beim Land deswegen angefragt habe.“ Erst im Vorjahr beschloss der Gemeinderat den umfangreichen Um- und Zubau des derzeitigen Standortes.