Erstellt am 25. Dezember 2015, 05:13

von Jürgen Nemec

„Piefkes“ sind anders. Der mehrfach preisgekrönte Kabarettist Severin Groebner nahm im Weydner Wirtshaus die Bräuche unserer deutschen Nachbarn auf charmante Weise aufs Korn.

Severin Groebner nahm das Publikum mit auf seine »Kulturreise« zu den »Germanen«.  |  NOEN, Nemec

„Servus Piefke“ hieß es am Samstagabend im Weydner Wirtshaus, wo der mehrfach preisgekrönte Kabarettist und Wahldeutsche Severin Groebner vor zahlreichen Gästen im Festsaal humorvolle, von einem Feuerwerk aus Witz und Charme getragene Brücken über einen scheinbar unüberbrückbaren Abgrund zweier Kulturen schlug:

Ja, ganz Recht, zwischen dem „Österreichischen“ und dem „Deutschen“, natürlich aus der Perspektive des Wiener Schmähs, der gleich einem Seziermesser des Komödiantischen so manch typische, so manch reale, so manch klischeehafte deutsche Lebenswirklichkeiten, Gewohnheiten und Gebräuche genüsslich auseinandernahm.

Charme, Humor und Selbstironie

Ob Autobahnen und Bürokratie, ob deutsche Pünktlichkeit und Gründlichkeit oder Volksfest-Schunkeln am Oktoberfest oder die berühmten „deutschen Tugenden“ bzw. das von ihnen in der Selbst- und Fremdwahrnehmung gezeichnete Bild:

Mit viel Charme, Humor, Ironie und auch Selbstironie nahm Severin Groebner, der mit den renommiertesten Auszeichnungen der Kleinkunstszene wie dem Salzburger Stier, dem Grazer Kleinkunstvogel, dem Österreichischen Kabarettpreis oder dem Deutschen Kabarettpreis geehrt wurde, sein Publikum auf eine Kulturreise mit einem wohl alle Menschen verbindenden Reisegefährt mit: dem Lachen.

Er beleuchtete den deutschen Alltag aus seiner ganz eigenen Perspektive und nahm mit Wiener Schmäh die deutsche Wirklichkeit unter die Lupe. Seine Außenansichten belegten den Verdacht, dass in den beiden Ländern „alles gleich anders“ sei, doch dass Deutsche noch eine Brise mehr Selbstironie vertragen könnten. Auch erzählte er von einer heroischen Mission, den „Germanen“ den österreichischen Schmäh zu vermitteln oder ihnen die Melodie des Wörtchens „Servus“ (alias „Servas“) näherzubringen.