Erstellt am 31. März 2016, 05:04

von Thomas Schindler

Plessl jetzt nicht. Etwas später als geplant, nahm der SP-Nationalrat heute, Donnerstag, seinen Hut als SP-Bürgermeister von Untersiebenbrunn.

Zehn Jahre lang war Rudolf Plessl Bürgermeister in Untersiebenbrunn. Heute, Donnerstag, legte er sein Mandat zurück: »Ich danke allen, die mich in den letzten zehn Jahren begleitet haben.« Plessl ist derzeit der einzige SP-Nationalratsabgeordnete im gesamten Weinviertel (Bezirke Gänserndorf, Mistelbach, Korneuburg und Hollabrunn).  |  NOEN, NÖN

Wie die NÖN schon im November 2015 exklusiv berichtete, will sich SPÖ-Nationalrat Rudolf Plessl künftig verstärkt um den Bezirk Gänserndorf und den Regionalwahlkreis Weinviertel kümmern. Deshalb plante er, sein Bürgermeister-Amt und Gemeinderatsmandat in Untersiebenbrunn aus Zeitgründen aufzugeben.

Übergabe eigentlich für 31. Jänner geplant

Angedacht war der Rücktritt am 31. Jänner dieses Jahres. Daraus wurde dann aber nichts. Plessl wollte noch diverse Gemeindeprojekte abschließen, um seinem Nachfolger einen „aufgeräumten Schreibtisch“ zu übergeben. Auch weil der designierte Nachfolger – der derzeitige SP-Vizebürgermeister Reinhold Steinmetz – einen Trauerfall in der Familie zu beklagen hatte, wollte man am ursprünglichen Zeitplan nicht krampfhaft festhalten.

Heute, Donnerstag, war es aber soweit: Plessl legte offiziell alle seine Gemeindefunktionen nieder. Wie geht es nun weiter? Jetzt muss der Vize zu einer Sitzung des Ortsparlaments einladen. Dieses – bestehend aus elf Roten, fünf Schwarzen und drei Blauen – wählt einen neuen Bürgermeister sowie einen neuen Vize. Das letztere Amt soll Manfred Egel (SPÖ) übernehmen. Das frei gewordene SP-Mandat wird von Christoph Baumgartner besetzt.

Indes wurden Stimmen laut, dass Plessl bei der letzten Gemeinderatssitzung nicht einmal seine eigenen Parteifreunde hinter sich hatte. Trotz absoluter Mehrheit brachte er nämlich den Rechnungsabschluss 2015 nicht durch. Dazu Plessl: „Ein SP-Mandatar war krank und ein junger Kollege enthielt sich der Stimme, deshalb stand es plötzlich 9 zu 9. Der Rechnungsabschluss wird sicherlich bei der nächsten Sitzung unter meinem Nachfolger beschlossen.“

Stimmt es, dass die Amtsleiterin wutentbrannt die Sitzung verließ? „Das war im nichtöffentlichen Teil, somit darf ich dazu nichts sagen.“ Er, Plessl, habe aber kein Problem mit der Amtsleiterin.


Zur Person Rudolf Plessl

  • Rudolf Plessl (geboren 12. Jänner 1967) ist verheiratet und Vater einer Tochter. Er besuchte nach der Volks- und Hauptschule ein Jahr lang die Handelsschule und absolvierte zwischen 1982 und 1986 die Polizeischule.

  • Plessl versah ab 1986 in der Alarmabteilung Wien Dienst und wurde 1992 zur Kriminalbeamten-Ausbildung versetzt. Seit 1993 ist er am Landeskriminalamt Wien beschäftigt und derzeit außer Dienst gestellt.

  • Zwischen 2000 und 2001 war Plessl Gemeinderat in Untersiebenbrunn und zwischen 2001 und 2005 geschäftsführender Gemeinderat für Soziales, Kultur und Vereine. 2005 wurde er zum Vizebürgermeister gewählt, am 10. Jänner 2006 übernahm er das Amt des Bürgermeisters.

  • Bei der Nationalratswahl 2008 kandidierte Plessl auf Platz 1 der SPÖ-Liste für den Regionalwahlkreis Weinviertel und auf Platz 6 der SPÖ-Landesliste Niederösterreich. Er konnte ein Direktmandat in seinem Regionalwahlkreis erzielen und wurde am 28. Oktober 2008 als Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat angelobt. Dieses konnte er bei der Wahl 2013 erfolgreich verteidigen.