Gänserndorf

Erstellt am 25. Januar 2018, 03:30

von Stefan Havranek

Politiker im Kreuzverhör. Bezirkskandidaten stellten sich den Fragen der Gymnasiasten.

Roland Reidinger, René Zonschits, Amrita Enzinger, René Lobner, Direktorin Eva Zillinger, Dieter Dorner und Moderator Christian Pribitzer (von links) nach der Podiumsdiskussion im KLG-Turnsaal.  |  Havranek

Um den Jungwählern im Konrad Lorenz Gymnasium (KLG) einen Überblick über das Parteien-Angebot bei der Landtagswahl am Sonntag zu geben, waren alle Bezirks-Spitzenkandidaten am Montag zu einer Podiumsdiskussion im Turnsaal geladen.

VP-Landtagsabgeordneter René Lobner, SP-Gemeinderat René Zonschits (er vertrat als Listen-Zweiter die kurzfristig erkrankte SP-Landeshauptfrau-Stellvertreterin Karin Renner), FP-Gemeinderat Dieter Dorner, Grünen-Landtagsabgeordnete Amrita Enzinger und NEOS-Spitzenkandidat Roland Reidinger stellten sich den von den Schülern erarbeiteten Fragen.

Direktor-Stellvertreter Christian Pribitzer moderierte die Veranstaltung, sorgte dafür, dass die Redezeit der Kandidaten ausgeglichen war und gab eingangs einen Überblick über die politischen Gegebenheiten im Land. Es folgte eine persönliche Vorstellungsrunde der Kandidaten sowie ein kurzes Statement, warum die jungen Wähler gerade ihrer Partei die Stimme geben sollten und dann ging es schon in die Diskussion.

Beim Thema Föderalismus waren sich alle Vertreter einig, Regionalität bei Entscheidungen sei grundsätzlich zu begrüßen, weil sie einerseits lange Wege und Zeit erspare und andererseits die lokalen Bürgervertreter besser wüssten, „wo der Schuh drückt“. Es waren sich aber auch alle einig, dass bei konkreten Punkten (Jugendschutz, Schulen) Verbesserungspotenzial vorhanden sei.

Tagesklinik: Ausbau oder gleich Spital?

Auch die Notwendigkeit eines Spitals im Bezirk kam zur Sprache. Als zentrales Wahlkampfthema der FP sprach sich Dorner klar dafür aus: „Anscheinend sind alle dafür, das zeigen die Gemeinderatsbeschlüsse. Wir haben auch schon über 5.000 Unterschriften dafür gesammelt.“ Auch Enzinger wünscht sich ein Schwerpunkt-Krankenhaus, während die anderen Fraktionen auf bessere ärztliche Versorgung durch sukzessiven Ausbau der Gänserndorfer Tagesklinik setzen.

Infrastruktur und öffentlicher Verkehr wurden ebenfalls lang diskutiert, die FP machte sich für mehr Stopps der Ostbahn im Marchfeld stark, die Grünen punkteten mit ihren „Evergreens“ 365-Euro-Ticket und Schnellbahn-Taktverdichtung, während die NEOS die Suche nach kreativen Ideen verstärken wollen. Lobner sieht Niederösterreich als Vorbild-Land in Sachen Mobilität, Zonschits will die kleinen Gemeinden besser an die Bahn anbinden.

Auch der Umweltschutz stand auf der Tagesordnung: Für Enzinger sind hier Öffis und erneuerbare Energien zentral, Reidinger glaubt, dass auch ohne Autobahnen der Individualverkehr weiter wichtig bleibt, Lobner zählte die Landes-Errungenschaften punkto nachhaltige Ressourcen der letzten Jahre auf und Zonschits strich die Wichtigkeit von Umweltförderungen hervor, während Dorner auf Eigenverantwortung pocht: „Umweltschutz fängt zu Hause an.“

Abschließend wurde noch über den Wirtschaftsstandort gesprochen und es gab ein Geburtstagsständchen für Lobner, der bald ein rundes Jubiläum feiern wird, ehe die Politiker unter tosendem Applaus verabschiedet wurden.