Hauskirchen

Erstellt am 20. April 2017, 02:40

von Nina Wieneritsch

Steueraffäre: Rita Nitsch angeklagt. Die Künstler-Ehefrau muss sich wegen des Verdachts auf gewerbsmäßige Abgabenhinterziehung vor Gericht verantworten.

Rund 500.000 Euro wurden 2013 bei einem Einbruch ins Nitsch-Schloss gestohlen. Seit 2014 wurde zudem wegen Verdachts auf Schwarzgeld ermittelt.  |  NOEN, NÖN

Bereits 2014 war die Steuerfahndung bei Künstler Hermann Nitsch im Einsatz (die NÖN berichtete damals). Nun erhob die Staatsanwaltschaft gegen die mittlerweile 60-jährige Ehefrau des Künstlers, Rita Nitsch, Anklage. Der Vorwurf: Verdacht auf gewerbsmäßige Abgabenhinterziehung. Verhandelt wird am 5. Mai um 9 Uhr am Landesgericht Korneuburg.

Die Ehegattin des abgabenpflichtigen Künstlers Nitsch soll als seine Bevollmächtigte unrichtige Steuererklärungen abgegeben haben – dies im Zeitraum von 2006 bis 2012, was Abgabenverkürzungen in Höhe von rund 190.000 Euro Umsatzsteuer und etwa 770.000 Einkommensteuer bewirkt habe, wie das Landesgericht Korneuburg bekanntgibt.

Rückblick 

Künstler-Ehefrau Rita Nitsch muss sich am 5. Mai vor Gericht verantworten.  |  NOEN

Das Ehepaar, vor allem aber Rita Nitsch, war nach einem Einbruch in sein Schloss Prinzendorf im Jahr 2013 ins Visier der Steuerbehörde geraten. Von Schwarzgeldeinnahmen – Bilderverkäufen „ab Hof“ ohne Rechnung – war schon damals die Rede. Seit März 2014 hatte es deshalb Ermittlungen durch das Finanzministerium gegeben. Die Abgabehinterziehung soll damals von Detektiv Dietmar Guggenbichler, der vom Ehepaar zur Aufklärung eines Einbruchdiebstahls im Jahr 2013 beauftragt worden war, angezeigt worden sein. Dieser ist mittlerweile verstorben.

Rita Nitsch war laut Staatsanwaltschaft geständig, Kunstwerke schwarz verkauft zu haben. Sie habe aber ihren Gatten entlastet: Hermann Nitsch, weltweit durch seine Schüttbilder und Orgien-Mysterienspiele bekannt, habe davon nichts gewusst, soll sich nur seinem Beruf gewidmet haben.

In den Vorwürfen zu Steuerschulden in Millionenhöhe sah der Künstler damals „ganz gemeine, unwahre Anschuldigungen“. Die jetzige Anklage betrifft aber nicht den Künstler, sondern ausschließlich Rita Nitsch, wie die Staatsanwaltschaft betont. Das Vergehen der gewerbsmäßigen Abgabenhinterziehung kann mit einer Geldstrafe bis zum Dreifachen des Betrages und mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet werden.