Prottes

Erstellt am 24. August 2016, 02:54

von Manuel Mattes

Trauer um Ortschefin. Prottes’ VP-Bürgermeisterin Christa Eichinger verstarb in der Nacht von Freitag auf Samstag nach langer, schwerer Krankheit. Seit 1998 stand sie an der Spitze der Gemeinde.

Im Jahr 1998 übernahm Christa Eichinger den Bürgermeistersessel in Prottes.  |  Archiv

Vor rund einem halben Jahr blickte Christa Eichinger noch voller Zuversicht in die Zukunft – „Ich will bald wieder wie ein Falke sehen können“, so die Vollblut-Ortschefin im NÖN-Gespräch im Februar, angesprochen auf ihre schwindende Sehkraft.

Christa Eichinger Anfang des Jahres 2015 in ihrem Büro im Protteser Gemeindeamt.  |  Schindler, Archiv

Einen Rückfall nach ihrer überwundenen Gehirntumor-Erkrankung dementierte sie. In den letzten Wochen wurden es dann ruhig um die pensionierte Landwirtin, immer öfter vertrat sie ihr VP-Vize Karl Demmer bei öffentlichen Terminen.

In der Nacht von Freitag auf Samstag verstirbt Eichinger im 62. Lebensjahr – seit 1998 stand sie an der Spitze der Gemeinde. Die genaue Todesursache ist nicht bekannt.

Das Einzelkind Christa Eichinger absolvierte die Handelsschule, heiratete jung und wurde auf diesem Wege zur Landwirtin. 1994 wurde sie zur Oberbäuerin in Prottes, eine Aufgabe, die sie bis zum Jahr 2014 innehatte.

1995 schien Eichinger erstmals auf der Liste der VP-Kandidaten für die Gemeinderatswahl auf und wurde auf Anhieb Vizebürgermeisterin. Drei Jahre später trat das damalige VP-Gemeindeoberhaupt Otmar Lutzky zurück und Christa Eichinger wurde am 7. April 1998 vom Gemeinderat zur neuen Ortschefin gewählt.

Auf die Frage, worin die Hauptmotivation für ihre Arbeit liegt, antwortete sie stets: „Es sind die Begegnungen mit Menschen aller Generationen, ob alt oder jung, die mich befeuern.“

Große Betroffenheit über Ableben Eichingers

In der Gemeinde herrscht natürlich große Betroffenheit über den Tod der beliebten Politikerin. VP-Vize Karl Demmer: „Christa Eichinger hat sich immer als echte Protteserin gesehen. Sie war offen gegenüber anderen Mitmenschen – egal welcher Religion oder Herkunft – und hat das Gespräch gesucht. Ein großartiger Mensch ist viel zu früh von uns gegangen.“

Als wichtige Projekte in ihrer Amtszeit nennt Demmer neben vielen anderen die Wohnraumschaffung, den Umbau der Groß-Sporthalle zum Dorfzentrum, die Planung von Hochwasser-Rückhaltebecken im Jahr 2015 sowie – zuletzt – den Bau eines neuen Kindergartens.

Ein Ort trägt Trauer – vor dem Amtshaus wurde die schwarze Flagge gehisst.  |  Mattes

Auch die beiden anderen im Ortsparlament vertretenen Parteien würdigen die Verdienste Eichingers: „Sie baute Brücken über Parteigrenzen hinweg, die zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit führten“, so Gemeinderat Harald Schmidt vom „Team Prottes“.

Sylvia Grünberger von der Bürgerliste „Pro Prottes“ im NÖN-Gespräch: „Auch wenn wir politisch wenig gemeinsam hatten, würdigen wir natürlich ihr Bemühen um das Wohl der Gemeinde.“

Der Termin für die Trauerfeierlichkeiten steht bereits fest: Christa Eichinger wird am Samstag, 27. August, um 10 Uhr am Ortsfriedhof zu Grabe getragen.