Erstellt am 05. März 2016, 05:04

von Jutta Hahslinger

Racheakt an Mutter wegen Hausarrest. Das verhängte Ausgehverbot ahndete wütender Teenager (15) mit Anzeige und Falschaussage: „Die Mama prügelt uns Kinder!“

 |  NOEN, Symbolbild

Ein zartes, elfengleiches Persönchen betritt den Gerichtssaal. Bei Verlesung des Strafantrages wird aber schnell klar, dass es die 15-jährige Schülerin aus dem Bezirk Gänserndorf – wenn ihr etwas gegen den Strich geht – auch faustdick hinter den Ohren haben und zu überschießenden Trotzreaktionen neigen kann.

So ließ der ausgehfreudige Teenager einen aufgebrummten Stubenarrest der Mutter nicht „ungestraft“ auf sich sitzen. Die 15-Jährige marschierte zur Polizeiinspektion Lassee und bezichtigte dort ihre Mutter und deren Lebensgefährten der fortgesetzten Gewaltausübung. Der Teenager gab zu Protokoll: „Die Mama und ihr Freund schlagen mich und meine Geschwister!“ Sie trat Ermittlungen gegen die eigene Mutter und deren Partner los.

Die Folgen der Falschaussage, wie die 15-Jährige schlussendlich eingestand, habe sie nicht bedacht. „Es tut mir sehr leid“, beteuerte der Teenager vor Gericht, zeigte Einsicht und versprach Besserung.

Das reumütige Geständnis der bislang unbescholtenen Schülerin stimmte Richter Franz Milde. Er legte das Strafverfahren gegen den Teenager mit einer Probezeit von zwei Jahren auf Eis. Verhält sich die 15-Jährige in der Bewährungszeit brav, wird das Verfahren eingestellt.