Erstellt am 17. März 2016, 05:04

von Nina Wieneritsch und Angela Adensam

Radfahr-Übergang über March: Noch ist alles offen. Dem Gemeinderat wurden erstmals die Pläne präsentiert: FP dagegen, VP dafür, SP-Ortschef mahnt zur Geduld.

Nicht nur in Dürnkrut, auch in Marchegg ist eine Radfahrbrücke in Planung. Beide sollen im Zuge des KTM-Radwegs entstehen und den Tourismus ankurbeln.  |  NOEN, privat

In der vergangenen Gemeinderatssitzung legte SP-Bürgermeister Herbert Bauch dem Gemeinderat das Konzept für die geplante Fußgänger- und Radfahrbrücke über die March (die NÖN berichtete) vor. Die Zustimmung oder Ablehnung soll erst im Juni 2016 erfolgen.

Ein möglicher Baubeginn wurde für 2019/2020 festgesetzt. Der Übergang würde übrigens hochwassersicher sein und ist zweispurig – für Fußgänger und Radfahrer – konzipiert. Genau das ist FP-Gemeinderätin Ernestine Soucek aber ein Dorn im Auge: „Ich habe gehört, dass die Brücke fünf Meter breit werden und irgendwann für Autos freigegeben werden soll.“ Überhaupt sei das Projekt „wirtschaftlich nicht notwendig, weil die Slowaken nicht zu uns einkaufen kommen“, so Soucek. Und weiter: „Das Geld sollte für hiesige Unternehmen und Straßensanierungen verwendet werden.“

Anders sieht das die örtliche ÖVP. Geschäftsführende Gemeinderätin Manuela Gieger, die immer wieder Kunstausstellungen im Schloss organisiert: „Ich freue mich, dass wir mit einer Brücke auch im Kunst- und Kulturbereich grenzüberschreitend arbeiten könnten.“ Ob die Bürger ihrer Meinung nach für einen Übergang sind?

„Es wäre an der Zeit, dass man endlich
einmal eine Querung zustande bringt.“
SP-Bürgermeister Herbert Bauch

„Die Leute haben Angst vor Einbrüchen, allerdings passieren diese nach wie vor, das hat mit einer Brücke nichts zu tun“, so Gieger, die auch auf wirtschaftliche und touristische Vorteile verweist.

SP-Ortschef Bauch mahnt aber zur Geduld, noch sei nämlich gar nichts unter Dach und Fach. „Es gab erst zwei Zusammenkünfte.“ Aber: Wie steht die SPÖ generell zu einer baulichen Verbindung in die Slowakei?

„Nach 26 Jahren Grenzöffnung haben wir es nicht geschafft, einen festen Übergang zu errichten. Es wäre sehr wohl an der Zeit, eine dauerhafte Querung zustande zu bringen, aber natürlich nicht mitten durch die Ortschaft“, gibt Bauch, der in Dürnkrut keinen internationalen Grenzübergang sehen will, seinen Standpunkt wieder. Doch nicht nur die March-Querung beschäftigt ihn: „Vernünftig wäre, eine sechste Donaubrücke zu bauen, aber die NGOs verhindern zu viel.“