Ringelsdorf-Niederabsdorf

Erstellt am 07. April 2017, 04:27

von Nina Wieneritsch

Budget : Ort ist finanziell saniert. Sieben Jahre lang wurde Gemeinde vom Land kontrolliert. Nun kann sie wieder frei agieren.

Alles im grünen Bereich: Ringelsdorf-Niederabsdorf kann künftig wieder selbst über Anschaffungen entscheiden. Seit 2010 war dies nicht mehr möglich gewesen.  |  Archiv

RINGELSDORF-NIEDERABSDORF Schön, wenn wieder alles im Lot ist. Seit 2010 war die Gemeinde unter Kuratel des Landes gestanden. Sie konnte ihren ordentlichen Haushalt nicht mehr aus eigener Kraft ausgleichen, war eine Sanierungsgemeinde. Bis jetzt – denn nun sind sämtliche Kredite getilgt. „Wir sind im laufenden Geschäft schuldenfrei“, so VP-Gemeindeparteiobmann und geschäftsführender Gemeinderat Gerhard Schindler.

831.000 Euro steuerte das Land NÖ in den vergangenen Jahren bei, um Kredite zurückzahlen zu können und notwendige Anschaffungen zu tätigen. Für heuer wurden noch 100.000 Euro für ein neues Feuerwehr-Fahrzeug sowie 58.000 Euro an Restzahlungen zugesagt. Diese sollen der Gemeinde Ende April überwiesen werden, dann ist die Gemeinde – abgesehen vom Gebührenhaushalt, dessen Kosten bzw. Ausgaben aber durch eingehobene Gebühren gedeckt werden muss – schuldenfrei.

Ringelsdorf ist keine Sanierungsgemeinde mehr: VP-Gemeindeparteiobmann Gerhard Schindler (l.) bedankte sich bei VP-Landeshauptmann Erwin Pröll.  |  ÖVP

Große Freude auch bei SP-Bürgermeister Peter Schaludek: „Das bedeutet für uns nach siebenjähriger Kontrolle und Abhängigkeit von der Landesregierung, dass unsere Fixausgaben niedriger als die Fixeinnahmen sind und wir somit selbst über diverse Anschaffungen entscheiden können. Das heißt aber nicht, dass wir plötzlich reich sind.“ Man werde den sparsamen Weg weiterführen, um nicht gleich wieder fremdbestimmt zu werden.

Wie war es überhaupt dazu gekommen? Die Vorgeschichte: Vor 25 Jahren wurde im Gemeinderat in Abstimmung mit dem Land NÖ beschlossen, einen Gebäudekomplex mit Schule, Kindergarten und Mehrzweckhalle zu errichten. Kritiker beanstandeten schon damals, dass das Vorhaben nicht finanzierbar sei – was sich letztlich bewahrheiten sollte: Die Leasing- und Kredit-Raten konnten nicht gedeckt werden.