Ringelsdorf-Niederabsdorf

Erstellt am 22. April 2017, 16:50

von Sandra Frank

Rekruten in „leiwander Gemeinde“ angelobt. „Wir leben nach dem Motto: Wir san a leiwande Gemeinde.“

Dieser Sager von Peter Schaludek, dem Bürgermeister der Gastgebergemeinde Ringelsdorf-Niederabsdorf, sollte sich wie ein roter Faden durch die Festreden bei der Angelobung am Freitagabend ziehen.

Im Garten der Volksschule wurden  151 Rekruten aus den Kasernen Mistelbach, Allentsteig und Großmittel angelobt. Für den SPÖ-Bürgermeister ein besonderes Event, da die letzte Angelobung auf dem Gemeindegebiet von Ringelsdorf-Niederabsdorf bereits 31 Jahre her sei.

Für die „Hausherrin“, Volksschuldirektorin Sabine Trotter, war es ebenfalls ein besonderes Event: Die Angelobung fand genau an ihrem Geburtstag statt.

Niederösterreichs Militärkommandant, Brigadier Martin Jawurek, gratulierten den Rekruten, dass sie sich  für den Dienst mit der Waffe entschieden haben, um die Republik im Ernstfall zu verteidigen. Er ist überzeugt, das Österreichische Bundesheer werde sich zu einem schlagkräftigen Instrument im 21. Jahrhundert entwickeln. Der Brigadier bewunderte die „tadellose militärische Haltung“ der Rekruten und dankte „ für die Einladung in eine leiwande Gemeinde“.

Als „beste Visitenkarte unserer Republik im Ausland“ bezeichnete Landtagsabgeordneter René Lobner (VP) die Soldaten des Bundesheeres. Er erinnere sich  noch gut an seine Zeit beim Bundesheer und wisse daher: „Es ist nicht immer nur Sonnenschein. Manchmal heißt es auch durchbeißen.“ Der Gänserndorfer Bürgermeister schloss ebenfalls mit Worten im Sinne des hiesigen Bürgermeisters: „Ich wünsche Ihnen eine leiwande Zeit beim Bundesheer.“

„Ich bin stolz auf die Leistungen unserer Truppen, im Inn- und im Ausland.“Otto Pendl

Als ranghöchster Zivilist durfte Nationalratsabgeordneter Otto Pendl (SP) zu den Rekruten sprechen. „Ich bin stolz auf die Leistungen unserer Truppen, im Inn- und im Ausland.“  Der Abgeordnete bedankte sich ebenfalls bei den Rekruten, dass sie den Weg zum Bundesheer gefunden haben. Derzeit gebe es einen Andrang, wie schon lange nicht mehr. Das konnte auch Mistelbachs Kasernenkommandant Hans-Peter Hohlweg bestätigen.  

„Es ist eine leiwande Gemeinde, aber auch eine leiwande Kaserne“, richtete Pendl sein Lob an die Hohlwegs Kaserne, welche die Angelobung im Garten der Volksschule organisiert hatte. Denn er ist überzeugt: „Wir müssen das Bundesheer unter die Leute bringen! Ihr erbringt Spitzenleistungen“, sagte er Richtung Soldaten. Darum sei es richtig und gut, dass Angelobungen in den Gemeinden und nicht in den Kasernen abgehalten werden. „Wir müssen der Bevölkerung sagen, welche Leistungen hier erbracht werden“, will Pendl, dass die Österreicher mit Stolz von ihrem Bundesheer sprechen.

Nach den Festreden kam es zum eigentlichen Höhepunkt des Tages: Die 151 Rekruten, darunter 15 Soldatinnen, sprachen das Treuegelöbnis, vorgesprochen von Major Herwig Graf, Offizier für Öffentlichkeitsarbeit der Kaserne Mistelbach. Als die Rekruten feierlich gelobt hatten, ihr Vaterland und das Volk zu schützen, und ein imposantes „Ich gelob“ über den Volksschulgarten donnerte, gab’s noch ein „ur leiwandes und besonders lautes“ Geschenk: Drei Salutschüsse, abgefeuert von der Reitenden Artilleriedivision Nr. 2.

Militärmusik spielte den Großen Zapfenstreich

Pünktlich zum Sonnenuntergang spielte die Militärmusik den Großen Zapfenstreich. Soldaten und Publikum zeigten sich beeindruckt von diesem traditionellen und würdigen Abschluss der Angelobung.

Im warmen Turnsaal der Volksschule ging es aber noch weiter: Die Standarten wurden nach einem erfolgreichen Einsatz zurück an die Kasernenkommandanten übergeben. Besiegelt wurde dieser Erfolg mit einem Glas Cognac.

Hans-Peter Hohlweg  überreichte drei Soldatenvertretern Urkunden, gratulierte der Volksschuldirektorin zu ihrem Geburtstag und überreichte Bürgermeister Schaludek und seinem Vize Manfred Pfarr ein Luftbild ihrer Gemeinde, Garnisonswein und ein Plakette zur Erinnerung an die Angelobung. „Wir haben auch Präsente, damit ihr den Tag nicht vergesst“, schmunzelte Schaludek. Eines der Präsente an die Mistelbacher Soldaten waren übrigens spontan organisierte T-Shirts mit dem Logo der „leiwanden Gemeinde“.