Erstellt am 27. Januar 2016, 17:03

von Markus Glück

„Rodeln? Eine Schnapsidee“. Bürgerliste kritisiert, dass Rodelhügel erst jetzt beschneit wird. VP-Stadtchef René Lobner sieht darin eine „absolute Energie- und Ressourcen-Verschwendung“.

Der Rodelhügel beim Hafergrubenweg wurde vergangene Woche erstmals mit einer Schneelanze beschneit  |  NOEN, privat

Es klingt wie ein Beitrag aus Schilda: Im Jahr 2013 beschloss die damalige Stadtregierung unter SP-Bürgermeister Kurt Burghardt die Anschaffung einer Schneelanze um rund 1.000 Euro, um einen eigens aufgeschütteten Rodelhügel in der Stadt zu beschneien.

Im ersten Winter kämpfte man mit technischen Problemen, im zweiten scheiterte man an zu hohen Temperaturen. Nun rückte Bürgerlisten-Gemeinderat Walter Krichbaumer aus, um Werbung für die Beschneiung zu machen: „In der Gegend leben viele Kinder, die sich freuen, wenn sie dort hinunterrutschen können.“

Lobner: "Verschwendung und irrsinnig aufwendig"

Dass die Beschneiung aber nicht wie in einem Skigebiet funktioniert, bestätigt VP-Bürgermeister René Lobner im NÖN-Gespräch: „Der Vorgang ist irrsinnig aufwendig und eine absolute Energie- und Ressourcen-Verschwendung.

Ich halte es für eine Schnapsidee, die in der Realität auch kaum umsetzbar ist.“ In puncto Energieverschwendung gibt Krichbaumer dem Stadtoberhaupt recht: „Ich gebe aber zu bedenken, dass die Gänserndorfer Kinder nicht oft die Chance haben, einen Hügel hinunterzurutschen, ohne davor in ein Auto einzusteigen.“

Vergangene Woche erste Beschneiung 

Ein Problem bei der Schneeherstellung ist neben der zu hohen Wassertemperatur auch die milde Lufttemperatur. „Wir benötigen mehrere Tage weniger als minus drei Grad. Zudem muss ein Bauhof-Mitarbeiter abgestellt werden, da die Lanze auch immer wieder umfällt“, schüttelt Lobner den Kopf.

Um sich den Vorwurf nicht gefallen zu lassen, es nicht zumindest probiert zu haben, startete vergangene Woche die erste Schneebeschneiung in der Bezirkshauptstadt. „Damit aber niemand auf die Idee kommt, eine Wetter-Kamera einzurichten, um mit Skigebieten wie der Flachau zu konkurrieren, habe ich im Stadtrat den Verkauf des Geräts vorgeschlagen“, ist Lobner froh, wenn das leidige Thema endlich abgeschlossen ist: „Die Tage, an denen es tatsächlich Sinn macht zu beschneien, kann man auf einer halben Hand abzählen.“