Erstellt am 06. April 2016, 05:04

von Ulla Kremsmayer

Rotes Kreuz: Eine Legende tritt ab. Walter Mayr hört als Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes auf. Nach einem Nachfolger wird noch gesucht, da auch sein Stellvertreter den Posten nicht übernehmen will.

Walter Mayr, für viele die Ikone des Roten Kreuzes in Groß-Enzersdorf, will nicht mehr als Bezirksstellenleiter kandidieren.  |  NOEN, Archiv

Für viele kam es überraschend: Walter Mayr, langjähriger Leiter der Rotkreuz-Bezirksstelle Groß-Enzersdorf wird nicht mehr für dieses Amt kandidieren. Aus persönlichen und beruflichen Gründen, wie es offiziell heißt.

Woran liegt es, fragten sich viele an diesem denkwürdigen 1. April. Hatte er Angst, es könne ihn dasselbe Schicksal ereilen wie Otmar Lutzky in Gänserndorf – also, dass er nicht mehr die notwendigen Stimmen für die Bestätigung zusammenbringen könnte? Noch dazu, wo Mayr als Über-70-Jähriger sogar eine Zweidrittel-Mehrheit gebraucht hätte.

Es sehe nicht danach aus, sagen einige Funktionäre, es formierte sich in Groß-Enzersdorf keine Opposition, auch Mayrs logischer Nachfolger. Walter Krutis, sein Stellvertreter beim Roten Kreuz und VP-Bürgermeister von Raasdorf, zeigt keine Ambitionen, konkret will er die Funktion „sicher nicht übernehmen. Ich habe bereits zu viele Geschaftln“, sagt er. Er habe Positionen bei der Raika, bei der Jagdgenossenschaft, beim Leader-Verband, beim MAREV und beim Tourismusverband.

Neue Aufgabe für Mayr bei NÖ Wohnbaugruppe

Und auch Mayr selbst argumentiert mit einer neuen Aufgabe: „Ich bin mit ersten April wieder bei der größten Wohnbaugruppe Niederösterreichs operativ tätig, konkret als Unternehmenssprecher im Vorstand. Da muss ich auch was hackeln.“ Nun muss binnen drei bis spätestens vier Monaten ein neuer Leiter gefunden werden.

„Das wird schwierig“, sind sich Mayr und Krutis einig, es sollte jemand mit Erfahrung sein, politisch gut vernetzt. Jemand, der in der Lage sei, Spenden aufzutreiben, Verantwortung für viel Geld und die Arbeit vieler Freiwilliger zu übernehmen. „Doch so wie ich damals gesucht und gefunden wurde, wird sich auch jetzt wieder jemand finden lassen“, ist Mayr zuversichtlich. Wenn nicht, muss das Land die Leitung übernehmen.