Erstellt am 31. März 2016, 05:04

von Thomas Schindler

Rotes Kreuz: Wer folgt auf Lutzky?. Bis 20. April sollen die Kandidaten feststehen. In der Woche nach Pfingsten will die Rettungsorganisation zum zweiten Urnengang laden.

Der (ehrenamtliche) Gänserndorfer Rotkreuz-Bezirksstellenleiter Otmar Lutzky bleibt bis zur Neuwahl im Amt.  |  NOEN, NÖN

Die Nachricht schlug wie eine Bombe ein: Wie die NÖN berichtete , erhielt Gänserndorfs Rotkreuz-Bezirksstellenleiter Otmar Lutzky nicht die nötigen Stimmen für eine Wiederwahl. Bis Ende Mai soll nun ein neuer Kandidat und Nachfolger für Lutzky, der noch bis zur Neuwahl im Amt bleibt, gefunden werden. Angeblich gibt es bereits einige Namen – diese will das Rote Kreuz aber vorerst nicht verraten.

Zur Erinnerung: Im Gegensatz zu Lutzky wurden seine Stellvertreter Guido Spira und Norbert Kaiser wiedergewählt. Fünf weitere Kandidaten nahmen die Wahl nicht an – nämlich der Kassier, Kassier-Stellvertreter, Schriftführer, Schriftführer-Stellvertreter sowie einer der beiden Rechnungsprüfer.

„In der heutigen Zeit muss man froh sein, wenn 
sich überhaupt noch jemand für solche 
ehrenamtlichen Tätigkeiten findet.“
RK-Geschäftsführer W. Antos

Gemäß der Geschäftsordnung muss der Wahlvorgang nun neu gestartet werden. Dafür muss die Mannschaft eine Wahlempfehlung an den Bezirksstellen-Ausschuss abgeben. Dieser tagt am 20. April und formuliert dann einen Wahlvorschlag für die Bezirksstellen-Versammlung. Die wiederum wählt dann – vermutlich in der Woche nach Pfingsten – die betroffenen Funktionäre. Spira und Kaiser sind bereits gewählt und werden ihre Funktionen wahrscheinlich behalten.

Anton: "War immer mit Herz bei der Sache"

Lutzky – hauptberuflich Mittelschullehrer – war natürlich über seine Abwahl alles andere als erfreut und will nicht mehr kandidieren. Gänserndorfs Rotkreuz-Geschäftsführer Wolfgang Antos findet über ihn nur lobende Worte: „Er hatte extrem viel Zeit in seine Tätigkeit beim Roten Kreuz investiert und war immer mit Herz bei der Sache.“ Unternehmerisch gesehen habe es mit Lutzky überhaupt keine Probleme gegeben. Nicht wirklich gepasst haben dürfte es auf persönlicher Ebene.

Lutzky ist ein Perfektionist und hat von den Rotkreuz-Mitarbeitern immer hundert Prozent Leistung verlangt, was bei manchen der freiwilligen und unbezahlten Rettungskräfte nicht immer gut angekommen sein dürfte. Wer lässt sich schon gern maßregeln, wenn er für seine Tätigkeit keinen Cent bekommt? Wobei man in diesem Fall nicht vergessen darf, dass es in dieser Branche um Menschenleben geht.

Der 62-jährige Lutzky, der noch eine Periode (fünf Jahre) als Bezirksstellenleiter fungieren wollte, war sehr aktiv, was ihm schlussendlich zum Verhängnis wurde, wie auch Antos vermutet: „In der heutigen Zeit muss man allerdings froh sein, wenn sich überhaupt noch jemand für solche ehrenamtlichen Tätigkeiten findet.“ Übrigens: Findet sich für die Gänserndorfer Bezirksstelle gar kein Leiter, dann wird sie unter Landesverwaltung gestellt. Laut Antos wäre dies eine Blamage für eine so große und erfolgreiche Bezirksstelle wie Gänserndorf.