Erstellt am 13. November 2015, 14:13

von Ulla Kremsmayer

"Route ist nicht tragbar". „vielzulaut“-Aktivist Obrist beklagt, dass jene Einflugschneise gewählt werden soll, die zu erhöhter Lärm- und Schadstoffbelastung über dem Wohngebiet führt.

Blau: Die bei der UVP eingereichte Route. Pink: Die Summe der testhalber zur Schallmessung durchgeführten »gekurvten Anflüge«. Gelb: Die derzeitige Einflugschneise.  |  NOEN, Foto: privat

Die Testphase des gekurvten Anflugs geht zu Ende und demnächst soll entschieden werden, wie der künftige Flugroutenverlauf tatsächlich gestaltet wird, mit und ohne dritte Landepiste.

Die Einflugschneisen im Raum Groß-Enzersdorf verlaufen eigentlich bis zur Einmündung in den geraden Anflug bei Mühlleiten größtenteils deckungsgleich. Doch wegen des gekurvten Anflugs wird auf niedrigerer Höhe geflogen, was erhöhte Lärm- und Schadstoffbelastung über dem bewohnten Gebiet bedeutet.

„Weder die geplante gekurvte Anflugstrecke noch der Verlauf des Schräganflugs kommt überraschend“, beklagt Anti-Fluglärm-Aktivist Adolf Obrist von der Bürgerinitiative „vielzulaut“. Beide Routen seien von der Gemeinde mitbeschlossen worden. Und nun soll jene Variante gewählt werden, die die wenigsten Betroffenen bei qualitativ gleicher Lärmbelastung aufweist.

"Wir werden unser Veto einlegen"

Dabei habe die Gemeinde übersehen, dass die Seestadt Aspern, die ebenfalls unmittelbar neben der Einflugschneise zur Landebahn 16 liegt, in den nächsten Jahren auf tausende Einwohner anwachsen und damit nicht zum Gebiet mit den wenigsten Betroffenen zählen wird. Das gelte auch für Eßling. Ebenso werde angekündigt, dass die Nachtflüge, sobald technisch möglich, auf der gekurvten Linie stattfinden würden.

Dazu SP-Vizebürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec: „Die derzeit getestete Route des gekurvten Anflugs ist von unserer Seite her keineswegs tragbar. Wir werden unser Veto einlegen. Mitte November gibt es dazu allerdings noch eine Besprechung am Flughafen. Dazu ist auch Obrist eingeladen.“