Erstellt am 06. März 2016, 05:04

von Erwin Nußbaum

Rückkehr des „Koda“. Der bereits dritte Marchegg-Auftritt von Christopher Seiler füllte die Turnhalle der Zentralschule bis zum letzten Sitzplatz.

Christopher Seiler (vorne, 2.v.l.) nahm sich Zeit für ein Gruppenfoto mit den Organisatoren des Abends - dem Alles-Bussi-Eventteam.  |  NOEN, Nußbaum

Wie beschreibt man einen Kabarettisten, der in seinen Worten und Werken allen Konventionen des Genres zuwiderläuft und der generell gar nicht Kabarettist genannt werden will? In zwei Worten: Christopher Seiler. Mit seinem neuen Programm füllte er vergangenen Freitag die Turnhalle der Marchegger Zentralschule bis auf den letzten Platz – und schonte die Gäste nicht.

Seilers Sprache ist vulgär, aber niemals profan: Ähnlich seinem letzten Soloprogramm wirft er Handgranaten derben, scheinbar leicht verdaulichen Witzes ins zahlende Publikum. Diese explodieren zwar in lautem Gelächter, streuen aber immer auch heftige, tiefgehende Kritik am modernen Lebenswandel – als ob Seiler die Menschen mit einem obszönen Knall aufwecken wollte.

Er schlüpft in Rollen wie in Jacken, scheint innerlich seine Figur, „da Koda“, zu sein und so sehr man als Zuseher auch alle Vorwürfe von sich weisen will, so erkennt man im Spiegel des Seiler irgendwann sich selbst. Denn Seiler spielt Charaktere, die durchaus auch im echten Leben existieren können, und webt seine Verzweiflung über die verrückte Welt in diese ein.