Erstellt am 08. Juni 2016, 07:05

von NÖN Redaktion

Russische Granate lag mitten im Wald. Gefährliches Kriegsrelikt: Kampfmittelorter Andreas Herrmann grub Handgranate aus. Diese wurde vom Entminungsdienst gesprengt.

20 Zentimeter unter der Erde vergraben, umgeben von Baumwurzeln, lagerte eine russische Handgranate F1 - ein Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg.  |  NOEN, EOR-Kampfmittelortung

Herr W. aus Staatz (Bezirk Mistelbach) war in den 1950er-Jahren bei Waldarbeiten mit seinem Vater auf eine russische Handgranate F1 gestoßen, die unmittelbar an einen befahrbaren Forstweg offen gelegen war.

Sein mittlerweile verstorbener Vater hatte die Gefahr erkannt und seinen Sohn damals aus dem Gefahrenbereich geführt. Danach war er zurückgegangen und hatte die Handgranate mit Laub wieder verdeckt.

Es vergingen seither um die 60 Jahre – mittlerweile ist auch Herr W. schon in die Jahre gekommen und beim Vorbeigehen an ebenjener Stelle kam ihm die Situation von damals plötzlich wieder in Erinnerung.

Vor 66 Jahren versteckt, nun wieder entdeckt

Das Waldstück möchte er demnächst seinen Kindern übergeben und das Geheimnis um die Handgranate keinesfalls mit ins Grab nehmen.

Hier kommt der Matzner Andreas Herrmann von der EOR-Kampfmittelortung ins Spiel. „Das Problem war nur, dass der Wald sich natürlich stark verändert hat und auch die Erinnerung nicht mehr so frisch war, also wandte er sich an uns“, schildert Herrmann. „Wir machten gleich am nächsten Tag einen Lokalaugenschein. Es dauerte keine fünf Minuten und unsere Sonde wurde fündig.“
 

x  |  NOEN, EOR-Kampfmittelortung

Nur 20 Zentimeter unter einem Baum vergraben fand der Kampfmittelorter die Handgranate – „mit Wurzeln umwachsen und genau so gefährlich wie vor 60 Jahren“. Nachdem man sie vorsichtig freigelegt hatte, wurde sie vom Entminungsdienst kontrolliert gesprengt.