Erstellt am 03. Februar 2016, 05:33

von Thomas Schindler

S1 wieder in Warteschleife?. Weil das Gericht einen neuen Sachverständigen bestellte, glauben die Lobautunnel-Gegner an einen Zwischensieg. Die Asfinag spricht von „normalem Prozedere“.

»Virus«-Sprecher Wolfgang Rehm: »Der geplante Baubeginn 2016 ist völlig unrealistisch.«  |  NOEN, Archiv

Der Marchegger Wolfgang Rehm, Sprecher der Umweltorganisation „Virus“, glaubt, einen weiteren Etappensieg im Kampf gegen die geplante Schnellstraße S1 und den Lobautunnel errungen zu haben. Die Straßenerrichtungs-Gesellschaft Asfinag sieht das anders.

Rehm: „Nach der bereits als rechtswidrig erkannten Lärmverordnung wurden wir nun in einem weiteren Punkt vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt.“ Die geologische und hydrogeologische Planung für den Tunnel sei so schlecht gewesen, dass ein neuer unabhängiger Sachverständiger für Hydrogeologie bestellt werden musste. Aufgrund dessen Begutachtung wurde ein umfangreicher Verbesserungsauftrag erteilt, der das Projekt nun weit zurückwirft, so Rehm.

Aufgrund der engen Frist stehe der Tunnel auf des Messers Schneide: „Werden die Projektunterlagen nicht bis Mitte April nachgereicht, so wird der Genehmigungsantrag zurückgewiesen. Dies wäre gleichbedeutend mit einem K.o. für die Asfinag in Bezug auf die Umweltverträglichkeitsprüfung.“

Rehm: "Baubeginn 2016 völlig ausgeschlossen"

Das Problem vereinfacht ausgedrückt: Der Untergrund im Donaubereich sei sehr instabil und für den Bau eines Tunnels nur bedingt geeignet. Dazu komme noch die Gefährdung durch zwar seltene, aber durchaus mögliche starke Erdbeben. Rehm: „Der kommunizierte Baubeginn 2016 ist völlig unrealistisch und ausgeschlossen. Teilweise wurde das Tunnel-Projekt mittlerweile ins Jahr 2009 zurückgebeamt.“

Kein Grund zur Sorge sieht indes die Asfinag. Geschäftsführer Alexander Walcher: „Beim Verbesserungsauftrag handelt es sich um ein normales Prozedere.“ Demnächst werde es Gespräche mit dem Sachverständigen und dem Gericht geben, wie die Unterlagen aufbereitet werden sollen, erklärt Walcher.

Er gehe davon aus, dass man die Papiere fristgerecht beisammen haben werde. Sollte der Experte aufwendigere Informationen benötigen, werde man um eine Fristerstreckung ersuchen. Walcher in Richtung Rehm: „Nur weil man immer wieder unrichtige Behauptungen wiederholt, werden diese nicht richtiger.“