Erstellt am 13. April 2016, 05:04

von Thomas Schindler

S8: Bauern schreien auf. Schnellstraßen-Abwässer sollen doch nicht in den Rußbach eingeleitet werden, sondern neben der Trasse versickern. Landwirte fürchten um ihr Brunnenwasser.

Die Vertreter der zuständigen Behörde - nämlich des Ministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie - sowie unabhängige Gutachter bei der mündlichen Verhandlung im UVP-Verfahren (Umweltverträglichkeits-Prüfung) im Festsaal der Gänserndorfer Arbeiterkammer.  |  NOEN, Schindler

Im Festsaal der Gänserndorfer Arbeiterkammer ging von Dienstag bis Freitag der Vorwoche die mündliche Verhandlung im UVP-Verfahren für die geplante Marchfeld-Schnellstraße S8, genauer für den Abschnitt West (Knoten Raasdorf bis Gänserndorf), über die Bühne. Dabei trafen Vertreter der zuständigen Behörde und der Asfinag sowie Straßenbefürworter und Straßengegner aufeinander.

Am ersten Tag wurden einige Bürgermeister gesichtet, die die Notwendigkeit der S8 betonten und sich für einen raschen Bau der Schnellstraße aussprachen. Die Grünen wiederum erklärten, dass die S8 nicht die gewünschte Entlastung bringen werde, und plädierten abermals für den Bau von lokalen, kleinräumigen Umfahrungen und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs.

S8-Wasser soll neben Trasse versickern

Brisant wurde es am letzten Tag der Verhandlung, als es darum ging, wohin das mit Streusalz belastete Wasser von der Schnellstraße abgeleitet werden soll. Ursprünglich war geplant, dass es in den Rußbach fließen wird. Nachdem dieser aber bereits vom Tausalz der S1 „überlastet“ ist, soll das S8-Wasser neben der Trasse versickern.

Landwirt Leopold Haindl aus Markgrafneusiedl und Gänserndorfs Bezirksbauernkammer-Obmann Manfred Zörnpfenning schrien auf: „Wenn das Grundwasser mit Salz angereichert wird, können wir unsere Brunnen nicht mehr für die Bewässerung nutzen. Dann gibt es auch keine Ernte.“ Der wirtschaftliche Schaden wäre enorm. Die Asfinag zeigte Verständnis für die Sorgen der Bauern, relativierte aber: Der Großteil der Brunnen wäre nicht betroffen.

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