Erstellt am 09. März 2016, 05:04

von Thomas Schindler

S8: Gutachten liegen jetzt öffentlich auf. Laut Asfinag geht Umweltverträglichkeits-Prüfung für Marchfeld-Schnellstraße in Zielgerade. Gegner sehen dies anders.

Wann der Ostabschnitt der S8 gebaut wird, steht überhaupt noch in den Sternen.  |  NOEN, Asfinag

"Mit der Auflage der Umweltverträglichkeits-Gutachten erreichen wir einen weiteren wesentlichen Meilenstein im UVP-Verfahren für die S8“, zeigt sich Asfinag-Geschäftsführer Alexander Walcher zufrieden. Von 4. März bis 4. April haben alle Bürger die Möglichkeit, in den betroffenen Gemeindeämtern Einblick zu nehmen und ihre Stellungnahmen abzugeben. Von 5. bis 8. April geht dann die mündliche Verhandlung in Gänserndorf über die Bühne.

Rund 310 Millionen Euro Kosten

Der Baubeginn für den 14,4 Kilometer langen S8-Westabschnitt (Süßenbrunn bis Gänserndorf) ist 2017 geplant. Die Verkehrsfreigabe des rund 310 Millionen Euro teuren Projekts soll 2019/20 erfolgen. Für die Straßenbauer der Asfinag steht fest, dass die Marchfeld-Schnellstraße S8 folgende Vorteile bringt:

  • Mehr Sicherheit durch den Abzug des Verkehrs aus den an der B8 liegenden, hoch belasteten Ortsdurchfahrten.

  • Höhere Lebensqualität für die Gemeinden Gänserndorf, Strasshof, Deutsch-Wagram, Obersiebenbrunn, Markgrafneusiedl und Raasdorf.

  • Optimale infrastrukturelle Erschließung des Marchfelds.

  • Engere überregionale Verbindung der Ballungsräume Wien und Bratislava. 

Als „irreführend“ bezeichnet die Umweltorganisation Virus die Asfinag-Aussage, dass sich das UVP-Verfahren in der Zielgerade befinde. Sprecher Wolfgang Rehm aus Marchegg: „Mit dem nunmehr über ein Jahr verspäteten Vorliegen des UVP-Gutachtens geht ja das Verfahren erst richtig los.“ Jetzt bekämen die Verfahrensparteien erstmals die Befunde der Prüfgutachter zu Gesicht, auf deren Urteil sich die Behörde stützen müsse.

Rehm: „Hier werden die nun vorgelegten tausenden Seiten Unterlagen für einen beträchtlichen weiteren Bearbeitungsaufwand sorgen.“ Da der Verkehrsminister selbst Behörde sei und sich somit seine Projekte selbst genehmige, stehe der Ausgang des noch geraume Zeit beanspruchenden erstinstanzlichen Verfahrens unabhängig vom Sachverhalt bereits fest. „Eine wirkliche Entscheidung wird daher erst in der nächsten Instanz fallen,“ so Rehm abschließend.