Erstellt am 25. November 2015, 05:08

von Thomas Schindler

S8-Zubringer: Baustart 2016?. Der neue VP-Bezirksparteichef René Lobner drückt aufs Gas. Seine Ziele: Straßenbau, HTL-Lösung, Kooperation mit Wiener Spitälern und neues Hallenbad für Region.

Hetzt derzeit von einem Termin zum anderen und arbeitet eigenen Aussagen nach etwa 80 Stunden pro Woche: VP-Landtagsabgeordneter, Bürgermeister und Neo-Bezirksparteichef René Lobner.  |  NOEN, Foto: Schindler

Seit wenigen Tagen ist René Lobner nicht nur Landtagsabgeordneter und Bürgermeister, sondern auch ÖVP-Bezirksparteichef. Was der „Tausendsassa“ aus Gänserndorf künftig im Bezirk bewirken will, erzählt er im großen NÖN-Interview.

NÖN: Was sind für Sie die wichtigen Themen im Bezirk?
Lobner: Natürlich einmal die Infrastruktur. Wir brauchen die geplanten Schnellstraßen S8 und S1 samt Lobau-Tunnel so schnell wie möglich, um die derzeit vom Straßenverkehr überschwemmten Orte und deren Bewohner zu entlasten. Die Schnellstraßen sind aber auch für die wirtschaftliche Entwicklung der Region wichtig. Betriebe siedeln sich nur an leistungsstarken Straßen an. Diese Firmen schaffen wiederum Arbeitsplätze im Bezirk und wirken dem Auspendeln entgegen.

Die Stadt Gänserndorf braucht auch noch eine Zubringerstraße zur S8.
Mit dem Bau dieser soll 2016 begonnen werden. Die Gemeinde wird noch heuer mit den nötigen Rodungen anfangen. Für diese, die Ersatzaufforstungen, Grundablösen und den Lärmschutzdamm muss die Gemeinde aufkommen. Die Zubringerstraße selbst finanziert das Land. Die Spange von Weikendorf kommend wird dann zeitlich parallel zur S8 errichtet. Im Zuge der Zubringerstraße werden wir von 2016 bis 2017 auch einen richtigen, durchgehend asphaltierten Radweg zwischen Stadt und Süd bauen.

Wie sieht es beim Thema Bildung in der Region aus?
Auch hier gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten. Ganz wichtig zum Beispiel wäre eine vernünftige Lösung, was die provisorische Außenstelle der HTL Mistelbach in Zistersdorf betrifft. Weiters sind wir gerade daran, die Landwirtschaftliche Fachschule in Obersiebenbrunn zu attraktivieren – hier planen wir eine Kooperation mit dem Oberstufen-Realgymnasium in Deutsch-Wagram.

Haben Sie auch im Gesundheitsbereich Pläne?
Ja. Ich strebe eine funktionierende Kooperation mit den Wiener Krankenhäusern an, vor allem mit dem SMZ-Ost in der Donaustadt und mit dem noch im Bau befindlichen neuen Krankenhaus Nord in Floridsdorf. Es darf einfach nicht sein, dass Patienten aus dem Bezirk Gänserndorf in Wiener Spitälern abgewiesen werden. Gleichzeitig will ich die Gänserndorfer Tagesklinik weiter aufwerten. Da werden wir uns zusätzliche medizinische Angebote überlegen.

Thema Freizeiteinrichtungen: Wie sieht die Zukunft des veralteten und schwer defizitären Hallenbades in Gänserndorf aus?
Da bin ich gerade dabei, ein Konzept zu entwickeln. Dieses werde ich Ende November dem Marchfelder Regionalentwicklungsverein „Marev“ vorstellen. Das Ziel ist, dass zwar Gänserndorf als Standortgemeinde den größten Brocken eines Neubaus bezahlt, die umliegenden Gemeinden sich aber auch finanziell beteiligen. Ebenso werden wir den Bund in die Pflicht nehmen. Wenn wir nämlich das Hallenbad für immer schließen würden, hätte das Gänserndorfer Gymnasium als Bundesschule ein gewaltiges Problem. Dieses braucht nämlich das Hallenbad als Alternative zum Turnunterricht, wenn der Turnsaal schon von einer anderen Klasse besetzt ist.