Erstellt am 07. April 2016, 05:04

von Erwin Nußbaum

Sanis ohne Chef: Aufstand der RK-Jungen?. Rotkreuz-Bezirksstellenleiter Johann Feigl erhielt bei Wahlnicht die nötige Zahl an Stimmen. Die Marchegger Sanis haben daher vorerst keinen Chef.

Die Rotkreuz-Bezirksstelle Marchegg hat nach der Wahl am vergangenen Dienstag vorerst keinen Leiter.  |  NOEN, Nußbaum

Wird die Bezirksstelle des Roten Kreuzes in der Storchenstadt gerade Zeuge eines Aufstands der Jungen? Am Dienstag vergangener Woche trafen einander die wahlberechtigten Rotkreuz-Mitglieder, um ihre Leitung für die nächsten fünf Jahre zu wählen.

Doch dann kam der Schock: Der langjährige Bezirksstellen-Leiter und Alt-Bürgermeister von Engelhartstetten, Johann Feigl, erhielt nicht die notwendige Anzahl an Stimmen für seine Wiederwahl – und das, obwohl er als einziger Kandidat für den Führungsposten angetreten war.

Feigl: "Gibt eine Gruppe junger Unzufriedener"

Nach der Niederlage Otmar Lutzkys in Gänserndorf ( die NÖN berichtete ) ist Feigl nun schon der zweite RK-Bezirksstellenleiter, der den Rückhalt innerhalb der Organisation verliert.

Feigl bringt im NÖN-Gespräch etwas Licht in die Abläufe hinter der Wahl-Fassade: „Die Crux an der ganzen Wahl ist, dass ein Kandidat mindestens 50 Prozent der abgegebenen Stimmen für sich verbuchen muss, um in ein Amt gewählt oder darin bestätigt zu werden“, eine einfache Mehrheit reiche nicht aus, auch wenn man als Einziger antritt.

Und wo verortet Feigl die Opposition? „Ich habe bei der Wahl bemerkt, dass es eine Gruppe von jungen Unzufriedenen gibt, die da revoltieren wollte. Einer ihrer Beweggründe war, dass sie die Verantwortlichen, die zur Wahl stehen, nicht kennen würden. Dabei habe ich sie ermuntert, dass sie doch jemanden aus ihren eigenen Reihen aufstellen sollen.“

"Kann noch nicht sagen, ob ich wieder kandidiere"

Und wie geht es jetzt weiter mit der Bezirksstelle? Feigl dazu: „Da ja bei der Wahl kein Leiter bestimmt werden konnte, müssen wir einen neuen Wahltermin festlegen und einen neuen Wahlvorschlag ausarbeiten. Ob ich da wieder kandidiere, kann ich aber jetzt noch nicht sagen.“

Die NÖN hat sich auch bei Feigls Stellvertreter, VP-Stadtchef Gernot Haupt, umgehört, ob dieser vielleicht überlegt, selbst als Leiter der Bezirksstelle zu kandidieren: „Von alleine werde ich mich nicht der Wahl stellen, dafür habe ich zu wenig Einsicht in die internen Abläufe. Da müsste schon jemand mit einem konstruktiven Vorschlag auf mich zukommen.“