Erstellt am 27. Dezember 2015, 05:03

von Jutta Hahslinger

Schlafende geweckt, bedroht und ausgeraubt. Kothäuferl im Vorgarten der überfallenen Opfer führte Polizei zu Täter: Räuber aus Rumänien muss nun 13 Jahre absitzen.

 |  NOEN, NÖN

Kein Albtraum war es, der die 86-jährige Weinviertlerin Anna K. am 20. Juni dieses Jahres aus dem Schlaf gerissen hat: Vermummte Gestalten, eine mit einem Küchenbeil in der Hand, die andere mit einem Messer bewaffnet, standen drohend vor ihr und zogen ihr die Decke über den Kopf.

Ihrem Sohn Rudolf (61), einige Zimmer weiter, erging es nicht besser. Durch Poltergeräusche konnten die Opfer nur erahnen, dass Einbrecher in das Haus in Strasshof eingedrungen waren und es nach Wertgegenständen und Bargeld durchsuchten. Nachdem die Eindringlinge verschwunden waren, fehlten Bargeld, Wertgegenstände und Schmuck im Gesamtwert von 15.000 Euro.

Einer der Täter hatte im Vorgarten der Opfer aber eine entlarvende Spur, einen Kothaufen, hinterlassen: Die ermittelte DNA-Spur führte zu dem mehrfach vorbestraften Rumänen Tudor B. Der 40-Jährige wurde im Ausland festgenommen und nach Österreich ausgeliefert.

Beim Prozess in Korneuburg legte der Rumäne ein „Etappen-Geständnis“ ab: Zuerst wollte er nur als Aufpasser im Vorgarten gestanden sein, dann räumte er nach hartnäckigen Fragen von Richter Manfred Hohenecker ein, auch im Haus gewesen zu sein und zu allerletzt gab er noch die Namen der Mittäter preis.

„Schämen Sie sich nicht, eine betagte Frau zu bedrohen und auszurauben?“, will der Richter wissen. „Ja, ich schäme mich“, kommt es leise vom Rumänen und er akzeptiert die 13-jährige Gefängnisstrafe. Rechtskräftig.