Erstellt am 23. Dezember 2015, 05:00

Schloss Hof: 250.000 Besucher bis 2018. Zwar stagnierten die Gästezahlen 2015, eine Marketing-Offensive soll das aber in den kommenden Jahren ändern.

Mit einer Marketing-Offensive und verdreifachtem Budget sollen die Sonderausstellungen zu Franz Joseph und Maria Theresia in den nächsten beiden Jahren zu Erfolgsgaranten werden.  |  NOEN, Schloss Hof

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und im Barockschloss Hof strömen zum letzten Mal in diesem Jahr zahlreiche Besucher durch die Pforten auf den prachtvollen Adventmarkt. Grund genug für Geschäftsführer Franz Sattlecker, Bilanz über das abgelaufene Jahr zu ziehen und einen Ausblick in die Zukunft des Marchfelder Touristenmagnets zu wagen.

Zwar waren die Besucherzahlen im Vorjahr ähnlich wie die 2014, es kamen also etwa 180.000 Gäste, aber Sattlecker steckt sich ambitionierte Ziele: Bis 2018 soll diese Zahl kontinuierlich auf 250.000 ansteigen. „Das wäre ein Drittel mehr. Mit einer Steigerung von 10 Prozent pro Jahr sollte das zu schaffen sein“, so der Geschäftsführer.

Möglich machen soll das auch eine groß angelegte Marketing-Offensive: Das Budget soll vor allem in Hinblick auf die zwei großen Ausstellungen über Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Maria Theresia verdreifacht werden.

Hoffnung ruht auf zwei großen Ausstellungen

In diese Ausstellungen werden also große Hoffnungen gelegt. Deswegen wird auch von Schloss Schönbrunn in den nächsten Jahren etwas mehr Geld als sonst zugeschossen werden: „Operativ benötigt Schloss Hof etwa 2 bis 2,5 Millionen Euro pro Jahr“, lässt Sattlecker wissen: „Für die Ausstellungen ab 2016 steigt dieser Betrag aber wieder an.“

Die große Exposition zu Franz Joseph wird übrigens auch parallel im Schloss Niederweiden zu sehen sein – mit dem Fokus auf dem Thema „Jagd und Freizeit“. In Niederweiden gibt es nämlich eine sehenswerte Wildküche, der Konnex scheint also sehr passend.

„Im August hatten wir eine Besucherflaute, 
bis dahin waren wir eigentlich gut auf Kurs.“
Franz Sattlecker, Geschäftsführer Schloss Hof

Überhaupt ist Sattlecker mit der schrittweisen Wiedereingliederung des lange „brach gelegenen“ Schlosses Niederweiden zufrieden: „Obwohl es nur einmal am Wochenende für Führungen geöffnet war, verzeichnete Niederweiden heuer etwa 1.000 Besucher. Das lief besser als gedacht.“ 2017 – anlässlich des 300. Geburtstages von Maria Theresia – wird auch in Niederweiden der Kaiserin gehuldigt.

Gründe für die stagnierenden Besucherzahlen nennt Sattlecker auch: „Im August hatten wir aufgrund der extremen Hitze eine Besucherflaute, bis dahin waren wir eigentlich gut auf Kurs.“ Kurios: Weil es angeblich Terrorwarnungen über Wiener Adventmärkte in Ungarn gab, blieben diese Besucher in der Hauptstadt aus, während der Weihnachtsmarkt auf Schloss Hof wie gewohnt florierte.

Neue Attraktionen sollen Besucher anlocken

Auch neue Attraktionen sollen Besucher in die Schlösser locken: Etwa 5 Millionen Euro werden in den Kaskadenbrunnen investiert, bei dessen Renovierung auch Original-Steine des Brunnens in einer Stützwand entdeckt wurden: „Jetzt wird versucht, dieses Puzzle mit Historikern und Architekten zu lösen“, so Sattlecker.

Auch die Revitalisierung der siebenten Garten-Terrasse verschlingt 2,5 Millionen Euro. Hier gibt es Probleme, weil die Terrasse heute ein Waldgebiet ist – also wird versucht, mit der BH bezüglich der dadurch nötigen Wiederaufforstung an einer anderen Stelle zu einer Lösung zu kommen. Dann sollte die Sanierung abgeschlossen sein.

Ein Highlight im kommenden Jahr: Die Erlebnispfade, die über das gesamte Dreigestirn (Schloss, Gutshof, Garten) führen. Hier können Besucher eine Rolle als Stallknecht oder Magd wählen und dann die authentische Erfahrung des Lebens in der damaligen Zeit machen. Das ist aber sicher nur einer von vielen Gründen für einen Besuch in den Schlössern.