Erstellt am 12. Februar 2016, 05:03

von Edith Mauritsch

Schlossbesitzer am Wort. Land NÖ ordnete nach Hangrutsch Sanierungsmaßnahmen am Schloss Matzen an. Besitzer beteuert, alle Auflagen erfüllt zu haben. Auf der Strecke bleibt Rudolf Gnadenberger.

Rudolf Gnadenberger darf sein Haus seit mittlerweile 18 Monaten nicht betreten.  |  NOEN, Mauritsch

Seit mehr als 18 Monaten darf Rudolf Gnadenberger sein Heim nicht betreten. Grund ist ein Hangrutsch nach Starkregen im August 2014. Der Sachverständige des Landes NÖ ordnete damals dem Besitzer des oberhalb des Hauses liegenden Schlosses eine Reihe von Sanierungsmaßnahmen an. Die NÖN traf nun Schloss-Eigentümer Manfred Mandl zum Interview, um seine Sicht der Dinge zu erfahren.

„In dem Schloss steckt mein Lebensgeld. Damals konnte ich mir das leisten, ich hatte eine gutgehendes Unternehmen“, zeigt Mandl Emotionen im Hinblick auf seinen Besitz.

Das Land NÖ stufte den Schaden auf Berufung des meteorologischen Dienstes als Katastrophenschaden ein. Dem folgte auch der Sachverständige von Mandls Versicherung, damit gebe es für ihn keinerlei Zahlungen aus der Versicherung. Ob aus der Haftpflichtversicherung die Schäden an Rudolf Gnadenbergers Haus beglichen werden, sei ihm nicht bekannt. Mandl verweist allerdings auf eine anwaltliche Korrespondenz mit der Rechtsvertretung des Geschädigten aus dem Jahr 2014, in der bereits die Polizzennummer und die Versicherungsanstalt mitgeteilt wurden.

Schlossbesitzer: „Habe alle Auflagen erfüllt“

Mandl zu dem noch immer aufrechten Betretungsverbotes für das Haus Gnadenbergers: „Ich habe alle Auflagen erfüllt, warum das Haus noch nicht freigegeben wurde, verstehe ich nicht.“ Es seien die vorgeschriebenen Sicherungsmaßnahmen durchgeführt, dazu die geforderten Entwässerungsrinnen gelegt worden. Der Schlossbesitzer zeigt dazu eine umfangreiche Fotodokumentation und überlässt der NÖN einige der Aufnahmen. Auch die Rodungsmaßnahmen wurden erledigt, die Gemeinde entsprechend informiert.

„Das Schloss ist von öffentlichem Interesse, die Gemeinde erwähnt das immer wieder“, so Mandl weiter und zeigt sich enttäuscht, dass sein Ansuchen um Katastrophenhilfe seitens der Kommune abgelehnt wurde. Ein zweiter Antrag sei bereits im Juli des Vorjahres gestellt worden, bislang hätte er keinerlei Antwort erhalten. Eine Rückfrage bei SP-Bürgermeisterin Claudia Weber ergab, dass bislang kein weiterer Antrag eingelangt ist.

Verwundert zeigt sich Mandl über die Kostenschätzungen, die anlässlich eines Besichtigungstermins von seitens der Behörden zugezogenen Baufirmen abgegeben wurde – diese sei in etwa dreimal so hoch wie jene des Landes NÖ.

Keine finanziellen Reserven vorhanden

Jedenfalls sei seine Barschaft aufgebraucht, sein derzeitiges Einkommen belaufe sich lediglich auf eine Invaliditätspension in der Höhe von ca. 800 Euro (ein entsprechender Bescheid wurde der NÖN im Gesprächsverlauf vorgelegt). „Zu holen ist bei mir nichts“, entgegnet Mandl etwaigen Eintreibungsversuchen.

„Ich möchte die ganze Angelegenheit gütlich regeln und stehe gerne für persönliche Gespräche mit allen zur Verfügung“, bietet Mandl an. Weber, darauf angesprochen: „Das ist mit Sicherheit auch im Sinne der Gemeinde und ich begrüße diesen Vorschlag.“