Schönkirchen-Reyersdorf

Erstellt am 20. Oktober 2016, 05:00

von Edith Mauritsch

Kiesgrube: Kommt Konsens?. Bewohner befürchten Staub- und Lärmbelästigung und beklagen mangelnde Information. Betreiber steht für allgemeinen Informationsabend gerne bereit.

Der Geschäftsführer von „Schönkirchner Kies“, Andreas Kisling, erklärte im NÖN-Interview das Projekt und ist bereit, auf Anrainerwünsche, soweit möglich, einzugehen.  |  Mauritsch

Das örtliche Kiesabbaugebiet soll in mehreren Tranchen um 50 Hektar erweitert werden – die Anrainer aus dem Ortsteil Silberwald laufen gegen das Projekt Sturm. Sie fürchten Lärm- und Staubbelastung und negative Auswirkungen auf das Grundwasser (die NÖN berichtete). Andreas Kisling, Geschäftsführer von „Schönkirchner Kies“, legt im NÖN-Interview seine Sicht der Dinge dar.

"Strenge Auflagen zum Schutz von Landschaft und Anrainern“

„Wir sind an einem umweltschonenden Abbau interessiert und erhielten bereits in der Projektierungsphase strenge Auflagen zum Schutz von Landschaft und Anrainern.“ Wenn gewünscht, stehe er gerne für einen Infoabend zur Verfügung.

Die Humusschicht wird rund um die Grube als Erdwall aufgeschüttet und verbleibt dort bis zur Wiederverfüllung. Vorgeschrieben sind drei Meter – höher darf es derzeit laut Norm für die Lagerung von Humus nicht sein. Kisling habe aber gar kein Problem damit, zwecks Lärmschutz diesen Wall zu erhöhen, sofern die rechtliche Grundlage dafür gegeben ist.

Diese Entscheidung obliegt den genehmigenden Behörden. Ebenfalls zwischengelagert wird das sogenannte Abraum-Material. Dabei handelt es sich um die Schicht zwischen Humus und Kies. Laut Auflagen darf nur damit die Verfüllung bis einen Meter über Höchstgrundwasserspiegel erfolgen. Das bedeutet: Auf das Wasser kommt Material, das auch vorher dort lag.

„Grünschutzgürtel ist bereits in Planung“

„Nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens könnten wir aber bereits im nächsten Frühjahr mit dem Aussetzen eines fünf Meter breiten Baum- und Strauchgürtels in diesem Bereich starten. So kann der Bewuchs bei Beginn des Abbaus schon als Sicht- und Staubschutz dienen“, gibt sich Kisling kooperationsbereit. Er hielt Rücksprache mit der Forstabteilung der Bezirkshauptmannschaft. Durch die Definierung als „Kurzumtriebsfläche“ gibt es auch keine Probleme mit einer Schlägerung. Das gilt für die Dauer von 30 Jahren, damit also für den geplanten Betriebszeitraum der gesamten Erweiterungsfläche.

Zum Thema Grundwasserschutz befragt, erklärt der Grubenbetreiber: „Die offene Wasserfläche darf maximal drei Hektar betragen und ist damit nur halb so groß wie ursprünglich geplant. Gewässer- und Naturschutz unterliegen diesbezüglich sehr strengen Auflagen. Das wird wasserrechtlich im fast wöchentlichen Rhythmus kontrolliert.“ Verfüllt soll dann ausschließlich mit Bodenaushub werden, auch hier würden strenge Kontrollen greifen.

Peter Hofinger, Bürgerlisten-Ortschef der Gemeinde, sieht sich als Vermittler: „Ich teile die Sorgen der Anrainer. Entsprechend haben wir innerhalb der offenen Frist unsere Stellungnahme abgegeben. Die vorgebrachten Wünsche wurden darin natürlich berücksichtigt.“ Hofinger suche den Konsens im Sinne aller Beteiligten, „wie ich das immer gemacht habe“.

Anonymer Brief an Grundeigentümer

Zwischenzeitlich kursieren anonyme Schreiben an die Landwirte als Grundeigentümer, die Unsicherheit verbreiten sollen. Dazu Unternehmer Kisling: „Mein Entgegenkommen, einen Grünschutzgürtel zu pflanzen, wird darin als Manko dargestellt.“

Auch die Gänserndorfer Grünen gaben eine Stellungnahme zum UVP-Verfahren ab. Argumentiert wird mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen, der Beeinflussung der Wohnqualität der Anrainer, den Arbeitszeiten sowie mit der Frage nach der Rekultivierung des Geländes.