Erstellt am 17. März 2016, 05:04

von Stefan Havranek

SP-Gemeinderat Aberham wirft Handtuch. Weil ihn bösartige Gerüchte über Korruption und interne Querelen, wie er sagt, nicht interessieren, legte der geschäftsführende SP-Gemeinderat sein Mandat zurück.

Der geschäftsführende SP-Gemeinderat Karl Aberham legte sein Mandat zurück.  |  NOEN, Havranek

In letzter Zeit waren vermehrt Gerüchte über den Rücktritt eines SP-Mandatars laut geworden, nun ist es Gewissheit: Der geschäftsführende Gemeinderat Karl Aberham hat genug von der Gemeindepolitik und legte am Freitag sein Amt zurück.

Offiziell waren es „die Zeit und gesundheitliche Gründe“, die ihn zu diesem Schritt veranlassten, der NÖN verriet Aberham aber, was ihn an der Politik in Engelhartstetten störte: „Diese ständigen Gerüchte und Unterstellungen, man kann nicht einmal mehr ins Wirtshaus gehen, ohne schief angeschaut zu werden.“ Konkret: Aberham war federführend in den Verhandlungen um einen Windpark in der Gemeinde, hier wurde ihm unterstellt, er hätte Bestechungsgelder angenommen, was die ausführende Firma mittels eidesstattlicher Erklärung dementierte.

„Als ich innerhalb der Fraktion gefragt habe, ob mir Glauben geschenkt wird, bekam ich teilweise keine klare Antwort“, ist Aberham enttäuscht. Er wolle aber keinesfalls Schmutzwäsche waschen oder „nachtreten“. Auch die Groteske, dass SP-Kandidat Andreas Zabadal bei der Wahl zum Vizebürgermeister nicht einmal auf die Stimmen seiner Fraktion zählen konnte , stieß ihm sauer auf: „Ich habe mich wirklich schon auf die vier Jahre Oppositionsarbeit gefreut, aber wenn nicht einmal innerhalb der Fraktion Zusammenhalt herrscht ... solche internen Querelen will ich mir nicht antun.“

Die von ihm mitinitiierten Projekte wie Gemeindezentrum und Windpark seien auf Schiene und könnten auch ohne ihn fortgeführt werden. Aus Insiderkreisen hört man, dass Josef Zöchling in den Gemeinderat einziehen und Alexander Ferstl geschäftsführender SP-Gemeinderat wird.