Erstellt am 20. Januar 2016, 13:03

von Stefan Havranek

SP und FP im Kreuzverhör. Zwei der fünf Spitzenkandidaten für die Gemeinderatswahl standen den Bürgern bei einer SPÖ-Info-Veranstaltung auf dem Podium Rede und Antwort.

Andreas Zabadal (vorne, Mitte) und sein »SPÖ plus«-Team informierten die Bürger im Engelhartstettener Musikheim  |  NOEN, Havranek

Die „SPÖ plus“ lud zur Informationsveranstaltung über die Zukunft der Gemeinde im Musikheim – und der Informationsdurst der Engelhartstettener war offensichtlich groß, denn es mussten sogar zusätzliche Sitzgelegenheiten herangeschafft werden.

Der rote Spitzenkandidat Andreas Zabadal begrüßte auch FP-Listenführer Andreas Hruschka am Podium, bedauerte aber, dass die anderen drei Spitzenkandidaten nicht anwesend waren. Gleich zu Beginn hatten Zabadal und Hruschka zu erklären, warum man sie bei der Wahl am Sonntag wählen sollte.

Zabadal: „Im Prinzip stimmen die Wahlprogramme der fünf wahlwerbenden Parteien zu 80 Prozent überein.“ Die Frage sei, welcher Partei man zutraue, die Herausforderungen am besten zu meistern. Hruschka trete an, weil es seit der letzten Wahl keine Verbesserung gab:

„Vor allem der Schuldenberg von 11,6 Millionen Euro muss beseitigt werden.“ Seine Ansätze: Das Geld (etwa 190.000 Euro pro Jahr), das ab 2018 durch den Windpark in die Gemeindekassa fließt, solle zu je 50 Prozent für Schuldentilgung und Infrastruktur verwendet werden. Zusätzlich solle jeder Gemeinderat auf 20 Prozent seiner Bezüge verzichten, was wieder etwa 20.000 Euro pro Jahr bringen soll.

Wohnungen fertig, die Wasserversorgung fehlt

Eine Zuhörerin wollte wissen, wann die neuen Wohnungen in Engelhartstetten bezugsfertig seien. Zabadal verwies darauf, dass die Wasserversorgung erst durch die Ortswasserleitung gewährleistet werden könne: „Die Wohnungen wären fertig und unter meiner Amtszeit hätten wir die Wasserversorgung mit einem provisorischen Brunnen um 50.000 Euro hergestellt, der von der Feuerwehr nachgenutzt werden hätte können.“

Von der NÖN auf die Wasserversorgung angesprochen, versichert Ortschef Reiter: „Der Anschluss wird bis Ende Februar bereitgestellt.“ Die Frage nach dem Grund des Rücktritts der SP-Mandatare beantwortete Zabadal mit den bekannten Argumenten „Keine Zusammenarbeit“ und ergänzte:

„Auf meine Aufsichtsbeschwerde beim Bezirkshauptmann bekam ich zur Antwort, dass die erwähnten Verfehlungen ,geheilt‘ worden seien – man muss aber nur etwas heilen, das zuvor krank gewesen ist.“ Kämpferischer Nachsatz: „Ich gebe nicht auf, noch einmal ziehe ich nicht aus dem Gemeinderat aus.“

Auch Fragen nach dem Schuldenstand der Gemeinde und dem neuen Gemeindezentrum beantwortete Zabadal: „Vor 30 Jahren hatten wir 19 Mio. Euro Schulden, das konnten wir reduzieren. Und das Gemeindezentrum ist nicht ,zu groß‘, sondern genau das, was wir brauchen. Natürlich war so eine Investition eine Herausforderung, aber wir wollten das mit einer Zwischenfinanzierung durch Grundverkäufe abfangen.“

Auf den Schuldenstand von vor 30 Jahren angesprochen, meint Ortschef Reiter: „Ich kenne das Übergabeprotokoll vom damaligen Ortschef Windisch an den neuen Bürgermeister Feigl und darin sind keine Schulden, sondern 500.000 Schilling Guthaben vermerkt.“

Von den 1.100 Hektar Gemeindegrund (800 Hektar landwirtschaftliche Fläche, Wert etwa 150 Millionen Euro) sollten, laut Zabadal, 10 Prozent verkauft werden. „Ich wollte nicht unter 5 Euro pro m verkaufen, jetzt hat die Gemeinde etwa 77 Hektar um insgesamt etwa 3,6 Millionen Euro verkauft und einen Durchschnittspreis von nur 4,73 Euro pro m erzielt.“