Erstellt am 11. Mai 2016, 04:04

von Thomas Schindler

Spitzenreiter bei Haus-Verkäufen. In ganz NÖ gab es im Vorjahr nirgendwo so viele Rochaden bei Einfamilienhaus-Besitzern wie in Gänserndorf.

Insgesamt 299 Einfamilienhäuser im Bezirk wechselten 2015 ihre Eigentümer. Das ist in NÖ Rekord.  |  NOEN, Shutterstock/kosmos111

In keinem anderen niederösterreichischen Bezirk wechselten im Vorjahr so viele Einfamilienhäuser ihre Besitzer wie in Gänserndorf. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Immo-Spiegel der Firma RE/MAX. Insgesamt 299 Gebäude im Bezirk bekamen 2015 neue Eigentümer.

Die folgenden Plätze in Niederösterreich sicherten sich die Bezirke Baden mit 297 und Wien-Umgebung mit 269 Verkäufen sowie ex aequo St. Pölten und Neunkirchen mit je 186 neuen Einfamilienhaus-Besitzern. Auch interessant: Mit 466 Verkäufen ist die Bundeshauptstadt Wien der Menge nach nicht wichtiger als die beiden starken NÖ-Bezirke Gänserndorf und Baden.

Extreme Ausreißer verfälschen Wert

Was den Wert der Gebäude betrifft, hat Wien aber natürlich die Nase vorn. Im Schnitt kosteten dort die Einfamilienhäuser 443.000 Euro, im Bezirk Gänserndorf lediglich 165.000 Euro. Wobei das Wort Durchschnitt in diesem Fall eigentlich falsch und irreführend ist, Experten sprechen vom typischen Preis.

Aufgrund extremer Ausreißer nach oben und unten wird der Durchschnittswert nämlich verfälscht bzw. ist dann nicht mehr aussagekräftig. In der Stadt Gänserndorf wurde im Vorjahr zum Beispiel eine Villa um sage und schreibe 2,3 Millionen Euro verkauft.

In welchen Gemeinden des Bezirks wechselten 2015 die meisten Einfamilienhäuser ihre Besitzer? Diese Liste wird von der Bezirkshauptstadt mit 51 Verkäufen angeführt. Auf Platz zwei rangiert Groß-Enzersdorf mit 37. Dann kommen Strasshof mit 25 und Zistersdorf mit 16 Verkäufen.

Günstiger ist es im Norden des Bezirks

„Was den Bezirk Gänserndorf betrifft, kann man grundsätzlich sagen, dass die Preise für Einfamilienhäuser umso niedriger werden, je weiter man in den Norden kommt“, so eine RE/MAX-Sprecherin gegenüber der NÖN.

Warum generell derzeit so viele Einfamilienhäuser gekauft werden, erklärt Bernhard Reikersdorfer, Geschäftsführer von RE/MAX Austria: „Die historisch niedrigen Kreditzinsen sprechen dafür, das Geld in einen Hauskauf und damit in eine höhere Lebensqualität zu investieren.“

2015 wurden in NÖ 3.186 Einfamilienhäuser verbüchert – das sind um fast ein Viertel mehr als im Jahr davor. Ein Einfamilienhaus kostete hier im Schnitt 171.894 Euro. Die Preisschere zwischen den billigsten und den teuersten Gebäuden ist in keinem anderen Bundesland so groß wie in NÖ.

Wertsteigerung von 9,5 Prozent

Während man im sogenannten Speckgürtel rund um Wien tief in die Tasche greifen muss (auch mehr als 375.000 Euro), wird es im oberen Wald- und Weinviertel sehr günstig (mitunter weniger als 80.000 Euro).

Die Preisentwicklungen für Einfamilienhäuser in Niederösterreich zeigen tendenziell nach oben. Am stärksten zugelegt haben die Durchschnittspreise in Melk mit einem Plus von 17 Prozent. Der Bezirk Gänserndorf liegt bei der Wertsteigerung mit 9,5 Prozent im Mittelfeld.
 


Statistik-Details

11.512 Einfamilienhaus-Käufe wurden 2015 im Österreichischen Grundbuch verbüchert. Das sind um 14,7 Prozent mehr als 2014. Der Gesamtwert der 2015 in Österreich gehandelten Einfamilienhäuser stieg im Vergleich zum Vorjahr um 21,2 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Für ein einzelnes Einfamilienhaus bezahlten die neuen Eigentümer typischerweise 202.221 Euro, um 5,7 Prozent mehr als noch 2014.

Die Zahlen stammen von RE/MAX, Österreichs größtem Immobilien-Experten-Netzwerk, und scheinen im RE/MAX-ImmoSpiegel für das Gesamtjahr 2015 auf. Die Statistik-Daten beruhen auf der Gesamtauswertung aller 112.124 Immobilien-Kaufverträge, die im Grundbuch 2015 verbüchert wurden, und von „IMMOunited – Roland Schmid“ ausgelesen und als Kaufvertragssammlung veröffentlicht werden.