Erstellt am 06. Juni 2016, 13:53

von Stefan Havranek

Horak hat die Nase voll. Schriftführer-Stellvertreter der Orther SPÖ ist unzufrieden mit der Partei und legt sämtliche Funktionen zurück. Ein Grund war die rote Unterstützung für Van der Bellen.

Kurt Horak legt seine Funktionen bei der SP zurück.  |  NOEN, Archiv

Kurt Horak, seines Zeichens Schriftführer-Stellvertreter und Ersatz-Gemeinderat der SP Orth, hat genug. Via Facebook verkündet er seinen Austritt aus der Partei und gibt als Grund unter anderem die „schamlose Unterstützung“ des designierten Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen durch die SP an. Er könne mit dieser „von oben diktierten, ungefragten und undiskutierten Vorgabe“ nicht mit.

„Ein ,Frühstück‘ und ,Unser Markt‘ lösen keine Probleme und dämpfen keine Ängste – das glauben nur die ,Ich-werd-noch-Bundeskanzler-Rosabrillenträgerinnen‘. Das Herabregieren von oben kommt zu seinem Ende“, heißt es auf Horaks Profil. Und weiter: „Die SPÖ stand vor langer Zeit für die Meinung des Volkes. Selbstkritik ist jetzt verhasst und wird von Sesselklebern bekämpft – siehe das Abschneiden des eigenen Kandidaten im ersten Wahlgang. Aber jetzt schön hinten hineingratulieren – das kommt wirklich ,gut‘ an. Wenn man bedenkt, wie ,gut‘ euer unterstützter Kandidat des zweiten Wahlgangs in der eigenen Gemeinde abgeschnitten hat. Das ist Euch wahrscheinlich egal, oder?“

Bis dato gibt es nur Facebook-Posting

Ortsparteivorsitzende Brigitte Humer ist selbstverständlich über den im Vorfeld nicht kommunizierten Austritt sehr betrübt: „So wie ich über den Austritt jedes anderen Mitglieds betrübt wäre. Wir werden Kurt Horaks Position im Ortsvorstand als Schriftführer-Stellvertreter sofort nach Einlangen seines tatsächlichen Parteiaustrittes – bis dato gibt es nur sein Facebook-Posting – neu besetzen.“

Humer will aber nicht „nachtreten“: „Ich möchte jedoch auch betonen, dass die SPÖ diese Entscheidung in bleibender Freundschaft zur Kenntnis nimmt. Es entspricht schließlich dem Wesen einer Demokratie, derartige Schritte setzen zu können, wenn sich die eigenen Werte verändern und man zu einzelnen Punkten andere Betrachtungen entwickelt.“

Im Gespräch mit der NÖN gibt Horak an, in Zukunft keiner politischen Partei mehr angehören zu wollen.