Erstellt am 23. Dezember 2015, 05:03

von Thomas Schindler

Sportverein „Süd“ pleite?. FC OMV Gänserndorf-Süd soll jede Menge Schulden haben. Nachdem Gerhard Kala als Obmann zurücktrat, versucht nun die neue Leitung, den Verein aus der Krise zu führen.

Ex-Obmann Gerhard Kala war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.  |  NOEN, Schindler

Die Gerüchteküche spricht von 75.000 Euro, mit denen der FC OMV Gänserndorf-Süd in der Kreide stehen soll. Woher stammt der Schuldenberg? Dieser soll auf bereits getätigte Ausgaben für das geplante Sportpark-Projekt des kürzlich zurückgetretenen Obmanns Gerhard Kala zurückzuführen sein.

Zur Erinnerung: Kala träumte von einer riesigen 35.000 Quadratmeter großen Anlage für Indoor- und Outdoor-Sport, Wellness und Freizeit, die täglich von 9 bis 23 Uhr (Gastronomie bis 24 Uhr) geöffnet wäre. Insgesamt 22 Sportarten – darunter Fußball, Eislaufen, Beach-Volleyball, Radfahren, Laufen, Kegeln und Billard – würde man hier ausüben können.

Im Frühjahr 2013 hätten Bagger anrollen sollen

Der angedachte Standort des Sportparks: Im hinteren Bereich der Kreuzung Neusiedlerstraße/Hochwaldstraße. Die geschätzten Baukosten beliefen sich auf vier bis acht Millionen Euro. Im Frühjahr 2013 hätten eigentlich die ersten Bagger auffahren sollen, was aber bis heute nicht geschah. Offenbar scheiterte das Projekt an der Finanzierung. Für Planung bzw. Bewerbung des Sportparks dürfte aber bereits Kosten entstanden sein.

Stimmen die kolportierten 75.000 Euro Schulden? Neo-Obfrau Gabriele Menzl im NÖN-Gespräch: „Es sind Schulden da, aber nicht so viel. Wir müssen jetzt einmal alles genau überprüfen.“ Menzl ist überzeugt, dass der Verein die Schulden begleichen kann: „Es wird uns auf jeden Fall auch in der Zukunft geben.“

Legte Kala seine Funktion als Obmann eigentlich freiwillig zurück? Menzl: „Wäre er nicht von sich aus gegangen, hätten wir ihn seines Amtes enthoben.“ Was genau war das Problem? „Er war ein Alleingänger, der den Vorstand kaum informierte. Zum Schluss waren wir schon alle – außer er – gegen das Sportpark-Projekt.“

Sind die Schulden auf dieses zurückzuführen? Menzl: „Zum Teil sicher.“ Übrigens: Kala selbst war für eine Stellungnahme gegenüber der NÖN nicht zu erreichen.