Erstellt am 22. September 2015, 09:28

von Thomas Schindler

Stadt Gerasdorf will nicht zum Bezirk. Gerasdorfer haben zu Gänserndorf keinen Bezug. Befragung ergab, dass sie am liebsten zu Korneuburg möchten.

2.585 Gerasdorfer, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 23 Prozent, stimmten ab.  |  NOEN, Foto: NÖN

Wie berichtet, sorgt die mit 1. Jänner 2017 geplante Auflösung des Bezirks Wien-Umgebung und die Aufteilung seiner Gemeinden auf die angrenzenden Bezirke für Aufregung. Die vom Land NÖ angedachte Zuteilung der Stadtgemeinde Gerasdorf zum Bezirk Gänserndorf will die betroffene Stadt nicht so einfach hinnehmen. Begründung: Die Gerasdorfer haben zu Gänserndorf überhaupt keinen Bezug – wenn sie wechseln müssen, dann lieber zum Bezirk Mistelbach oder Korneuburg.

Schon Gänserndorfs VP-Bürgermeister und Landtagsabgeordneter René Lobner hatte dies im letzten NÖN-Gespräch angedeutet und erklärt, dass er noch einmal mit VP-Landeshauptmann Erwin Pröll das Thema besprechen will. Für Lobner steht fest, dass Gerasdorf am besten im Bezirk Mistelbach aufgehoben wäre.

Gerasdorfer tendieren  zu Korneuburg

Gerasdorfs SP-Bürgermeister Alexander Vojta wollte es nun genau wissen. Bis Sonntag fanden eine Bürgerbefragung und ein Online-Voting für die Bewohner seiner mehr als 10.000 Einwohner zählenden Stadtgemeinde statt. Das Ergebnis der Befragung: Die Gerasdorfer tendieren klar zu Korneuburg (83,05 Prozent der Stimmen), gefolgt von Mistelbach (16,21 Prozent) und abgeschlagen Gänserndorf am dritten und letzten Platz (0,74 Prozent).

Jetzt wollen sich alle im Gemeinderat vertretenen Parteien an das Land wenden, damit dieses den Wunsch der Gerasdorfer berücksichtigt. Vojta: „Wir werden in Gesprächen und Verhandlungen mit dem Land NÖ alles daran setzen, dass einer der beiden erstgereihten Vorschläge zum Zug kommt, aber keinesfalls der drittgereihte.“
Der Beschluss zur Auflösung des Bezirks Wien-Umgebung soll in der Landtagssitzung am Donnerstag, 24. September, gefasst werden.