Erstellt am 25. Mai 2016, 05:04

von Thomas Schindler

Startschuss für S8-Zubringer: Rodung beschlossen. ÖVP, FPÖ, SPÖ und Bürgerliste bei Gemeinderatssitzung dafür. Dann der Eklat: Grüne verließen den Saal, um nicht abstimmen zu müssen. Rote sprechen von Schande.

SP-Stadtrat Kurt Burghardt zu den Grünen: »Dann geht gleich ganz heim!« VP-Bürgermeister René Lobner: »Manche nutzen das System schamlos aus und sitzen im Kaffeehaus.«  |  NOEN, Schindler

Mit Spannung wurde die jüngste Sitzung des Stadtparlaments erwartet. Zum dritten Mal stand nämlich die Baumschlägerung entlang der Siebenbrunner Straße L9 in Gänserndorf-Süd auf der Tagesordnung. Diese ist notwendig, um mit der Errichtung der Zubringerstraße zur geplanten Marchfeld-Schnellstraße S8 beginnen zu können.

Kainz: "Erst notwendig, wenn S8 gebaut"

Bisher brachte die VP-Bürgermeisterpartei nie eine Mehrheit zustande. Die FPÖ war zwar von Beginn im Boot, nicht aber SPÖ, Grüne und Bürgerliste. Auch diesmal äußerte die Ökopartei Bedenken. Grünen-Fraktionschefin Beate Kainz: „Der Zubringer ist erst notwendig, wenn die S8 gebaut wird und dann werden hier über 15.000 Fahrzeuge rollen.“

VP-Stadtchef René Lobner sah dies anders: „Wir sollten den Zubringer losgelöst von der S8 sehen. Die derzeitige Siebenbrunner Straße ist in einem sehr schlechten Zustand. Die neue Straße, die auch einen Lärmschutzwall erhält, würde die Anrainer entlasten.“

Rodungsabstimmung: Grüne verließen Saal

Zu einem Eklat kam es dann, als über die Rodung selbst abgestimmt wurde. Die Mandatare der Ökopartei verließen nämlich plötzlich den Saal. Kainz’ Erklärung: „Wir stimmen nicht gegen geltendes Recht. Die Bezirkshauptmannschaft hat nämlich bereits einen rechtsgültigen Bescheid für den Bau des Zubringers erlassen.“

SP-Stadtrat Kurt Burghardt rief den Grünen nach: „Dann geht am besten gleich ganz heim! Das ist eine Frechheit und beschämend gegenüber der Bevölkerung, wenn man nicht zu seiner Meinung steht.“ Alle anderen Fraktionen segneten die Baumschlägerung schließlich ab. Noch in diesem Herbst soll mit der Rodung begonnen werden, im Frühjahr 2017 soll dann der Straßenbau starten.

Die gesamte Story lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe der Gänserndorfer NÖN.


Der Zubringer

Der Zubringer zur S8 beginnt zwischen Gänserndorf und Weikendorf und mündet in die Siebenbrunner Straße L9, deren Straßenverlauf er 400 Meter folgt. Danach, im letzten Teilstück, wird die Straße parallel zur bestehenden L9 durch den Wald geführt und endet kurz nach Gänserndorf-Süd – auf Obersiebenbrunner Gemeindegebiet – wieder in der Siebenbrunner Straße.