Erstellt am 07. Juli 2016, 04:00

von Robert Knotz

Litzenberger: FP, ade!. Der Mandatar trat aus der Partei aus und will als parteiloser Gemeinderat weiterhin im Ortsparlament tätig sein. Blaue reagierten mit Neuwahlen ihres Vorstands.

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FP-Gemeinderat Thomas Litzenberger kehrt den Freiheitlichen den Rücken. „Ich will mit so einer Partei nichts mehr zu tun haben“, so der Ex-Blaue. Gründe für den Austritt soll es mehrere gegeben haben. Es werde ihm vom Landesvorstand vorgeworfen, private Details über die erst kürzlich angelobte FP-Gemeinderätin Sabine Kienberger der NÖN bekannt gegeben zu haben.

Deren Lebenspartner soll Notstandshilfe beziehen obwohl er ständig bei ihr lebt, sei er immer noch bei seinen Eltern gemeldet sein. Wäre er tatsächlich bei der Gemeinderätin gemeldet, würde ihm die genannte Sozialleistung aberkannt werden (die NÖN berichtete).


FP-Chefin Gerda Busch hatte für die Besetzung Slamas Kritik der Bürgerliste geerntet.
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Litzenberger hat dies beim Arbeitsmarktservice gemeldet. Kienberger und ihr Partner konnten aber laut Litzenberger die Vorwürfe gegen sich entkräften. Weiters sei ein Grund für seinen Austritt, dass die FP-Ortsvorsitzende Gerda Busch „untätig und diktatorisch veranlagt“ sei.

Am vergangenen Montag habe es dann aufgrund der Rolle Litzenbergers in der Kienberger -Affäre eine Anhörung im FP-Landesvorstand gegeben. „Mein Eindruck war, dass bereits zu Beginn der Fragestellung beschlossen war, dass man mich aus der Partei haben will“, so Litzenberger. Und weiter: „Meine Argumente und Beweise haben niemanden interessiert.“

Litzenberger bleibt weiter Gemeinderat

Er hat daraufhin das Zepter selbst in die Hand genommen und seinen Austritt aus der FPÖ bekannt gegeben. Der Ex-Blaue will seinen Sitz im Gemeinderat behalten und weiterhin als parteiloser Mandatar im Ortsparlament tätig sein.

FP-Bezirksobmann Herbert Steindl kontert: „Alle Vorwürfe gegen ihn haben sich zu hundert Prozent bestätigt, während sich seine Anschuldigungen als haltlos erwiesen.“ Allerdings sei es erforderlich gewesen, nach dem Rücktritt zweier Vorstandsmitglieder (Litzenberger und seine Lebensgefährtin, Anm.) am vergangenen Freitag Neuwahlen des Ortsvorstandes abgehalten. Steindl sprach dabei von „ruchlosem Verhalten“ der Ausgeschiedenen. Busch wurde in ihrer Eigenschaft als FP-Ortsobfrau von hundert Prozent der Delegierten in ihrem Amt bestätigt.