Strasshof an der Nordbahn

Erstellt am 11. Juli 2016, 15:40

von Jutta Hahslinger

Wasser-Attacke auf Nachbarn kostet Geld. „50 Mal hat er mir schon die Polizei g‘schickt. Die lebt ja bei mir“, fühlt sich 70-Jähriger von Behörden und Anrainer schikaniert.

 |  Symbolbild

Unschuldig verfolgt fühlt sich ein Pensionist (70) aus Strasshof und präsentiert sich vor Gericht wortreich als Opfer. Er räumt zwar Streitereien mit seinem Nachbarn ein, beteuert aber: „Die Auseinandersetzungen gehen nicht von mir aus. Er hält seine Nase immer in meinen Garten, und beschuldigt mich, seine Bäume zu vergiften. Das war doch nur Dünger.“

Zum Streiten gehören immer zwei“, wirft Richter Dietmar Nußbaumer ein und versucht, den aufgebrachten Rentner in seinem Redeschwall einzubremsen.

„50-mal hat er mir schon die Polizei g‘schickt. Die lebt ja mittlerweile schon bei mir. Ich habe nur Probleme durch den Nachbarn“, klagt er weiter.

„Es bleibt einem ja nichts anderes übrig. Jeden Tag gibt er Anlass, die Polizei zu alarmieren. Er ist wütend auf mich, weil er baubehördliche Probleme hat und Unterschriften sammelt. Dann drohte er mir mit dem Umbringen, wenn ich nicht unterzeichne. Drei Tage später hat er Gift verstreut. Als ich der Sache nachging, bekam ich einen Kübel Wasser ab“, schildert der sichtbar schon entnervte Anrainer (73) des Rentners im Zeugenstand.

Nach dessen Schilderungen erscheint das beteuerte Unschuldslamm gar nicht mehr so unschuldig. Nach einem umfangreichen Beweisverfahren befindet der Richter den 70-Jährigen der Nötigung für schuldig und verhängt über ihn eine teilbedingte Geldstrafe: 960 Euro, davon muss der Rentner 640 Euro berappen oder 120 Tage hinter Gittern absitzen. Nicht rechtskräftig.