Erstellt am 27. April 2016, 11:04

von Thomas Schindler

Streit um Laptops: Schuldirektor wehrt sich. Nachdem die SPÖ kritisiert hatte, dass Volksschulleiter Gerhard Gangl eigenmächtig sechs Computer angekauft hatte, schrieb dieser nun einen Brief an die Eltern.

Volksschuldirektor Gerhard Gangl weist die Kritik entschieden zurück.  |  NOEN, Archiv

Wie die NÖN berichtete, schaffte Direktor Gerhard Gangl im Dezember des Vorjahres sechs Notebooks für die Volksschule an. Er hatte die tragbaren Computer bei einem Büroartikel-Händler in Gänserndorf gesehen und aufgrund des besonders günstigen Preises (insgesamt 2.500 Euro) sofort zugeschlagen. Das Problem an der Sache: Für den Ankauf der besagten Laptops gab es keinen gültigen Gemeinderatsbeschluss.

Während Grünen-Vizebürgermeisterin und zuständige Stadträtin Margot Linke das Vorgehen des Schuldirektors verteidigte („Das waren Schnäppchen und er hat der Gemeinde damit 700 Euro erspart“), hagelte es von der SPÖ schwere Kritik. Auch deshalb, weil nicht drei Angebote eingeholt worden waren, wie es bei Anschaffungen der Gemeinde nötig wäre.

Jetzt wendet sich Gangl mit einer schriftlichen Nachricht an die Eltern der Schulkinder, um seine Sicht der Dinge klarzulegen: „Für 23 Klassen mit 485 Kindern stehen uns derzeit 39 Laptops zur Verfügung, die von der Gemeinde vor vier bis fünf Jahren angeschafft wurden. Wir können also nicht einmal jeder Klasse zwei Notebooks anbieten.“ Somit teilen sich zwölf Kinder einen Computer-Arbeitsplatz.

Nur drei Computer für 47 Lehrkräfte

Nicht besser gehe es dem Lehrerteam: „Im Sekretariat kommt ein zehn Jahre alter, geschenkter PC zum Einsatz. Für die 47 Lehrer stehen drei Computer-Arbeitsplätze zur Verfügung, wovon einer dieser Arbeitsplätze mit einem der sechs neuen Laptops bestückt wurde.“

Die Anschuldigungen der SPÖ weist der Direktor entschieden zurück. Er habe bereits im November des Vorjahres dem Gemeinderat entsprechende Anbote vorgelegt, diese seien aber nicht behandelt worden. Hätte er im Dezember nicht eigenmächtig gehandelt, wäre das im Budget vorgesehene Geld für die Notebooks verloren gewesen.

Gangl abschließend: „Hier geht es nur um ein parteipolitisches Hickhack auf meine Kosten, aber nicht darum, den Kindern von Gänserndorf die bestmöglichen Chancen zu bieten.“ Nachsatz: „Dabei bräuchten wir gerade im Bildungsbereich die Bündelung aller politischen Kräfte.“ Schließlich stehe man vor großen Herausforderungen, die nur gemeinsam gelöst werden können.