Erstellt am 13. Dezember 2015, 10:03

von Jürgen Nemec

Superlativ des Sinfonischen. Top-Solisten, drei Chöre und Philharmonie Marchfeld präsentierten Ludwig van Beethovens Neunte in der Gänserndorfer Stadthalle: Ein philharmonisches Freudenmeer.

 |  NOEN, zVg

Es war ohne Zweifel das Konzert-Highlight des Jahres, der denSuperlativ des Sinfonischen am Sonntag in die Stadthalle brachte: Die Philharmonie Marchfeld unter dem Dirigat von Bettina Schmitt brachte gemeinsam mit vier Top-Solisten und drei Chören – „Vocapella Strasshof“, „Chor con Cor“ und „Schola cantorum“ – Beethovens 9. Sinfonie zur Aufführung, die dank der meisterhaften Interpretation des mit Abstand ambitioniertesten und größten Projekts in der Geschichte der Philharmonie Marchfeld das Publikum auf ein musikalisches Freudenmeer führte.

Standing Ovations für Künstler

Völlig zu Recht gab es stehende Ovationen für das Orchester, die Chöre, für die vier Solostimmen: Volksopern-Star und Tenor Jörg Schneider, der national und international nicht minder gefragte Bariton Günter Haumer, die junge und bereits mehrfach preisgekrönte Sopranistin Alexandra Scholik und Mezzosopranistin Maida Karisik, ehemaliges Ensemblemitglied der Volksoper.

Wunderbar, wie das Orchester die Dramatik und Intensität, die rhythmische Explosivität im Zwiegespräch mit dem lyrischen Seitenthema des ersten Satzes phrasierte, zum Sprechen brachte und das ungeduldige Drängen des Klanglaufs zum finalen Feuerwerk hin herausschälte. Das Erhabene, die Mächtigkeit des Majestätischen, die Beethoven zum Auftakt auftürmt, wird durch das Dahinjagen des Scherzos im zweiten Satz abgelöst – auch hier wird ein erstes Wiegen und Wogen des finalen Freudenmeers antizipiert.

Dann – nach einer den Hörvollzug störenden Pause – das Adagio molto e cantabile bzw. Andante moderato des dritten Satzes und dann schließlich das große Finale, in dem alle alles zu geben hatten: „Seid umschlungen, Millionen, diesen Kuss der ganzen Welt“, heißt es bei Schiller/Beethoven und dank der gebotenen Top-Leistung wurde die „Freude, schöner Götterfunken“, zum Klangfest eines sinfonischen Freudenmeers.