Erstellt am 30. September 2015, 15:11

von Robert Knotz

Tauziehen um Flüchtlinge in Deutsch-Wagram. FPÖ will Gemeinderat auflösen, weil verschiedene Fragen rund um Aufnahme von Jugendlichen nicht geklärt seien. Stadtchef Quirgst weist Anschuldigungen entschieden zurück.

FPÖ-Gemeinderat Werner Carmak fühlt sich übergangen. VP-Bürgermeister Fritz Quirgst lässt die Vorwürfe nicht auf sich sitzen.  |  NOEN, Archiv

Die FPÖ gab bekannt, dass sie in der nächsten Gemeinderatssitzung die Auflösung des Ortsparlaments fordern wird. Der Grund dafür ist, dass – laut Vorsitzenden Gemeinderat Werner Cermak – im ehemaligen Kindergarten in der Fabrikstraße 25 jugendliche Migranten untergebracht werden sollen.

„Offensichtlich eine still und heimlich von ÖVP, SPÖ, !wir und den Grünen beschlossene Sache, denn mehr als zwei Wochen vor der Sitzung ist der Mietvertrag bereits so gut wie fertig. Dabei sind aus Sicht der FPÖ etliche Fragen offen“, so Cermak. Und weiter: „Wir wollen wissen, ob diese jungen Männer bereits registriert sind und einen Asylantrag in Österreich gestellt haben. Weiters wäre interessant, ob es sich um Kriegs- oder Wirtschaftsflüchtlinge handelt und ob eine Betreuung bzw. Kontrolle der jungen Männer erfolgt.“

Die FPÖ will wissen, ob sich junge Mädchen in Deutsch-Wagram auf dem Weg von und zum Bahnhof – speziell nachts – sicherfühlen können. Die FPÖ-Mandatare wollen außerdem wissen, was mit den, monatlich vom Bund zur Verfügung gestellten 2.850 Euro geschieht und ob das Geld für Sprach- oder Berufsausbildung verwendet wird.

"Stadtregierung fährt über Bürger und ihre Sorgen drüber“

Schließlich macht man sich noch Gedanken, wo die zahlreichen Menschen, die ihm Rahmen der Familienzusammenführung kommen werden, leben. „Es ist nämlich einfach ungeheuerlich, wie die derzeitige Stadtregierung – besonders in dieser höchst brisanten Frage – ungeniert über die Bürger und ihre Sorgen darüberfährt“, so Cermak.

VP-Bürgermeister Fritz Quirgst ist verwundert: „Cermak hat mich angerufen und ich habe ihm den Stand der Dinge ausführlich erläutert. Was im Gemeinderat diskutiert wird, muss schließlich vorbereitet werden. Der Verein „menschen.leben“, der dieses Projekt organisiert, betreut in Gänserndorf einige Flüchtlinge ohne jegliche Probleme.“ Und weiter: „Ich frage mich, ob der FPÖ Containerlösungen ohne Konzept und ohne Betreuung lieber sind.“