Erstellt am 27. Mai 2016, 05:04

von Robert Knotz

Tauziehen um Kogel-Klon. Die Firma Zöchling will einen zusätzlichen Deponie-Hügel errichten. Die Gegner haben bereits 400 Unterschriften gegen das Projekt "Kleeblatt" gesammelt.

Er soll neuer SP-Bürgermeister werden: Franz Mathä (50), bisher als Vize und hauptberuflich bei der Asfinag tätig.  |  NOEN, NÖN

Ein Ableger des Marchfeldkogels erregt derzeit die Gemüter. Die Planung für den Deponiehügel – mit dem Projektnamen „Kleeblatt“ bezeichnet – wurde vom Schotterunternehmer Zöchling bei den Behörden eingereicht und soll auf einer Fläche von 44 Hektar eine Höhe von zwölf Metern erreichen.

„Kleeblatt“ bringt Bürger auf die Palme

Der Original-Marchfeldkogel befindet sich derzeit noch in der Verhandlungsphase. Zur Erinnerung: Die Marchfeldkogel-Betriebsgesellschaft plant auf einem 112 Hektar großen Gelände einen 40 Meter hohen Berg aus Baurestmassen aufzuschütten und diesen als Erholungsgebiet zu adaptieren. Projektgegner befürchten einen Anstieg von Lärm, Feinstaub- und Grundwasserbelastung. Die UVP-Verhandlung über den Kogel wurde dann im Vorjahr abgebrochen und auf unbestimmte Zeit vertagt.

Nun bringt das „Kleeblatt“ die Bürger auf die Palme. Wolfgang Rehm von der Umweltorganisation „Virus“ spricht sich dagegen aus: „Der Abfallkatalog ist der selbe wie beim Marchfeldkogel.“ Laut dem Umwelt-Aktivisten sollen auch gefährliche Stoffe, wie Blaukalk in der Grube lagern: „Solche Stoffe haben in Baurestmassen nichts verloren“.

Mathä: „Zufahrt darf nicht durch Ort führen“

Laut SP-Bürgermeister Franz Mathä wurde ein Sachverständiger beauftragt, der nicht nur das „Kleeblatt“ sondern auch alle bestehenden und künftigen Vorhaben in Augenschein nehmen wird, bestellt. „Die Deponie-Zufahrt darf keineswegs durch das Ortsgebiet erfolgen“, so Mathä. Auch die Liste MMB-ÖVP stellt sich gegen das Projekt. Fast 400 Unterschriften wurden bereits gegen das „Kleeblatt“ gesammelt. VP-Gemeinderat Christian Bauer dazu: „Wir gehen davon aus, dass wir mit dieser Anzahl Parteienstellung bei der UVP erhalten.“

Der Betreiber Johann Zöchling sieht die Lage anders: „Es wird das gelagert, was genehmigt ist. Die Höhe von zwölf Metern ergibt sich aus einer Verordnung, wonach die Schüttung ein Gefälle von vier Prozent aufweisen muss.“ Die Beteiligten rechnen mit einer UVP-Verhandlung im Herbst dieses Jahres. Wie die NÖN bereits berichtete , plante der Schotter-Firma Cemex bereits im Vorjahr, einen Kogel-Ableger zu errichten. Das Projekt wurde allerdings noch nicht eingereicht.