Erstellt am 02. Juni 2016, 16:17

von NÖN Redaktion

Tierquälerei aus „Liebe“. 56 völlig verwahrloste Hunde, darunter auch trächtige Hündinnen und Welpen müssen versorgt und gesund gepflegt werden. Sach- oder Geldspenden helfen den Vierbeinern.

Im Fell der Hunde hatten sich bereits zahlreiche Parasiten eingenistet und alle Tiere leiden an einer Augenentzündung. Das Tierheim Dechanthof hofft auf finanzielle Unterstützung von Tierliebhabern.  |  NOEN, Dechanthof

Das krankhafte Sammeln von Tieren wird zunehmend zum Problem. Immer häufiger sind Hilfeleistungen der Tierschutzhäuser gefragt, aber auch diese gelangen langsam an ihre Grenzen.

Vergangenen Dienstag wurde wieder ein Fall von „Animal Hording“ aufgedeckt. Ein Tierbesitzer aus dem südlichen Marchfeld hatte anscheinend die Kontrolle über die Vermehrung seiner Hunde verloren und konnte sie nicht mehr ausreichend versorgen.

Tiere völlig verwahrlost

In einem völlig zugemüllten Garten mussten unterschiedlich alte Vierbeiner ein karges Leben fristen, darunter auch Hundewelpen und trächtige Hündinnen. Beißender Geruch lag in der Luft. Die Tiere waren völlig verwahrlost, in ihrem Fell hatten sich bereits zahlreiche Parasiten eingenistet. Außerdem litten alle Hunde an Augenentzündungen.

Die zuständige Behörde informierte das Tierheim Dechanthof (Bezirk Mistelbach) darüber, dass die aufgefundenen 56 Hunde sofort beschlagnahmt werden müssen. Bereits kurz nach 13 Uhr waren die Tierpfleger vor Ort und nahmen die ersten Hunde in Empfang, während im Tierheim im Eilzugtempo die Unterbringung der Vierbeiner vorbereitet wurde.

Insgesamt übernahm der Dechanthof 19 Hunde. Die restlichen Tiere wurden vom NÖ Tierschutzverband auf die Waldviertler Tierheime Countryhof und Schlosser sowie auf das Landestierheim in Krems verteilt.

Sofort nach der Ankunft im Tierheim Dechanthof wurden die Hunde gebadet, mit Floh- und Wurmmittel versorgt und erhielten eine ausgiebige Mahlzeit. Das Rudel bezog drei Zimmer mit angeschlossenem großem Auslauf. Alle Tiere genossen die weichen Schlafmöglichkeiten und freuten sich über ausreichend Futter und einen täglich mehrmals gereinigten Auslauf mit viel Spielfläche zum Austoben.

Trotz trauriger Vergangenheit sehr zutraulich

Die Hunde zeigen sich trotz ihrer traurigen Vergangenheit sehr zutraulich und verspielt. Ein Schäferrüde hat jedoch – vermutlich vom Beißkorb – starke Abschürfungen rund um sein Maul und zeigt Verhaltensauffälligkeiten.

Da er seinen Schatten jagt und immer wieder im Kreis läuft, wurde er getrennt von den kleinen Vierbeinern untergebracht. Ebenso wie eine der Hündinnen, diese war beim Abtransport hochträchtig und hat mittlerweile im Dechanthof ihre Jungen zur Welt gebracht. Sie hat daher ein eigenes Zimmer bekommen, damit sie dort ihre Welpen in Ruhe aufziehen kann.

In den nächsten Wochen müssen bei allen 19 Hunden, die im Dechanthof untergebracht sind, die Augenentzündungen behandelt werden. Weiters erhalten die Tiere Medikamente gegen den starken Parasitenbefall. Anschließend werden alle Hunde kastriert.

Tierheim unter die Arme greifen

Die Aufzucht der Hundekinder wird, auch in Hinsicht auf die verstärkten Quarantäne-Hygiene-Vorschriften, eine zeitraubende und finanzielle Herausforderung für das Tierheim. Es wird ein spezielles Desinfektionsmittel benötigt, das auch die Erreger von Parvovirose (Katzenseuche) sicher abtötet. Dieses Medikament ist sehr teuer.

Wer das Tierheim bei der Pflege und Versorgung der Vierbeiner unterstützen möchte, kann Premium-Hundedosenfutter für magensensible Hunde, Junior-Dosenfutter für Welpen und Küchenrollen zum Dechanthof bringen – oder den Betreibern unter dem Kennwort: Hunde, Kontonummer IBAN AT73 3250 1000 0191 0850 finanziell unter die Arme greifen.

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