Erstellt am 11. September 2015, 12:06

von Thomas Schindler

Nach Hilfe für Flüchtlinge kam Strafe. Ehepaar aus Fuchsenbigl brachte Sachspenden zu Flüchtlingen nach Traiskirchen. Dafür gab es eine Anzeige wegen Falschparkens.

Die Anonymverfügung der Bezirkshauptmannschaft Baden, die das Fuchsenbigler Ehepaar Quirin bekam.  |  NOEN, Foto: privat
Gudrun Quirin, die für die SPÖ im Haringseer Gemeinderat sitzt, ist mehr als sauer. Grund: Sie und ihr Ehemann hatten vergangene Woche Sachspenden zum Flüchtlingslager nach Traiskirchen (Bezirk Baden) gebracht. Weil die beiden mit ihrem Auto kurz in einer Halteverbotszone geparkt hatten, flatterte ihnen ein paar Tage später ein Strafmandat über 30 Euro ins Haus.

Quirin erinnert sich zurück: „Es stimmt, dass wir unseren Wagen während des Entladens im Halteverbot abgestellt hatten. Wir hatten das Schild leider übersehen.“ Quirin weiter: „Es kam dann auch eine Polizeistreife, die uns auf das Halteverbot hinwies. Wir bedankten uns für die Information und erklärten, dass wir bereits fertig waren und sofort wegfahren werden.“

30 Euro für elf Minuten Falschparken

Die SP-Gemeinderätin und ihr Gatte dachten, dass die Sache erledigt war. Weit gefehlt – eine Woche später fanden sie in ihrem Postkasten eine Anonymverfügung. 30 Euro wollte die Bezirkshauptmannschaft (BH) Baden für elf Minuten Falschparken. Quirin sauer: „Es geht uns nicht um die 30 Euro, sondern um die Vorgangsweise. Hätte uns die Polizei nicht gleich an Ort und Stelle den Strafzettel übergeben können?“

In ihrem Ärger schrieb die Fuchsenbiglerin eine E-Mail an das Büro von SP-Bundeskanzler Werner Faymann: „Dort hat man sich bei uns für das Verhalten der Polizei entschuldigt.“

"Immer wieder gefährliche Situationen auf der Straße"

Was sagt die BH Baden zur Kritik der Quirins? Bezirkshauptmann Heinz Zimper gegenüber der NÖN: „Man darf nicht vergessen, dass täglich bis zu 70 Fahrzeuge mit Spenden zum Traiskirchener Lager kommen. Da gibt es immer wieder gefährliche Situationen auf der Straße. Das Halteverbot dient nur der Sicherheit der Spender und Asylwerber.“ Sollte sich das Ehepaar Quirin ungerecht behandelt fühlen, könne es die Strafe jederzeit beeinspruchen.