Erstellt am 01. April 2016, 05:04

von Markus Glück

Verwirrung bei ÖBB: Lokführer war nicht über Halt informiert. Da Lokführer nichts von zusätzlichem Stopp wusste, konnten Fahrgäste bei der Station Helmahof nicht zusteigen. Die ÖBB entschuldigen sich für den Fehler.

Ein Zug hielt nicht in der Station Helmahof. Die ÖBB entschuldigen sich dafür.  |  NOEN, Knotz

"Die ÖBB lassen ihre Kunden einfach auf dem Bahnhof stehen“, beklagt sich der Strasshofer Christian Scheuer gegenüber der NÖN.

Aufgrund von 16-tägigen Bauarbeiten ist seit 19. März auf der Strecke zwischen Deutsch-Wagram und Gänserndorf nur ein eingeschränkter Zugverkehr eingerichtet. Die S-Bahn fährt dabei nur jede Stunde. Deshalb sollte dabei auch der Regionalzug 2381 um 7.16 Uhr einen zusätzlichen Aufenthalt in der Station Helmahof einlegen.

„Der Zug fuhr letzten Montag aber einfach durch“, ärgert sich Scheurer. Zwar wurde der Triebfahrzeugführer von einem Fahrgast über die Notsprechstelle auf den Fehler aufmerksam gemacht, anstatt sich aber zu entschuldigen, kam, so Scheurer, lediglich eine karge Antwort: „Er erklärte, dass dieser Regionalzug keinen geplanten Aufenthalt in Helmahof hat und er daher korrekterweise durchgefahren ist.“

Auch nach Rücksprache des Triebfahrzeugführers mit der Zugleitzentrale kam man zum Schluss, dass der Regionalzug keinen Stopp in der Station hat. „Der ausgehängte Fahrplan weist aber sehr wohl einen Aufenthalt auf“, betont Scheurer und ergänzt: „Die ÖBB können so nicht mit Fahrgästen umgehen. Diese Vorgehensweise ist definitiv kein Kundenservice.“

Schienenersatzverkehr bereitgestellt

Auf NÖN-Anfrage entschuldigt sich ÖBB-Sprecher Michael Braun für die Aufregung: „So etwas soll nicht passieren, denn unsere Kunden sind uns sehr wichtig.“

Warum es zu keinem Halt in Helmahof kam, kann Braun ebenso erklären. „Der zuständige Fahrdienstleiter hatte den Lokführer nicht über den zusätzlichen Halt informiert. Die Fahrgäste konnten bereits wenige Minuten später den bereitgestellten Schienenersatzverkehr benutzen“, so der ÖBB-Sprecher.

Fazit: Da der Lokführer zum Zeitpunkt der Durchfahrt also nicht wusste, dass er in Helmahof halten soll, erhielten die Fahrgäste im Zug auch die falsche Information.