Erstellt am 18. November 2015, 16:04

von Nina Wieneritsch

Volksbefragung in Dürnkrut: Fast alle blieben daheim. 86 % stimmten gegen die Flüchtlings-Unterbringung – für die FPÖ ein Zeichen gegen die „SP-Pfuschpolitik“. Allein an der Wahlbeteiligung (15,7 %) haperte es.

SP-Bürgermeister Herbert Bauch will nun Gespräche führen und dann entscheiden. FP-Gemeinderätin Ernestine Soucek ist mit dem Ergebnis zufrieden.  |  NOEN, Fotos: Archiv
Das Ergebnis sei eine „Ohrfeige in Richtung SPÖ und der selbst ernannten Gutmenschen“, verlautbarte FP-Bezirkschef Herbert Steindl am Sonntag. Etwa drei Monate nach der von der FPÖ initiierten Unterschriftenaktion (die NÖN berichtete) stimmten 86 % gegen die Asylwerber-Unterbringung am ehemaligen Polizeigelände.

345 gültige Stimmen waren abgegeben worden, davon 297 negative, und 48, die dafür waren. Mit einer ungültigen Stimme und 2.210 Wahlberechtigten macht das eine Beteiligung von gerade einmal 15,7 %.
FP-Gemeinderätin Ernestine Soucek: „Es gab einige Punkte, die gegen uns standen – das Regenwetter, die Öffnungszeiten von nur 8 bis 12 Uhr und der Gegenwind von der anderen Seite. Im Grunde sind wir mit dem Ergebnis aber zufrieden.“

Steindl: „Politik hat den Befehl umzusetzen“

Steindl sieht die 86 % als „bundesweites Zeichen gegen die Pfuschpolitik der SPÖ“, auch das Durchgriffsrecht habe seine Existenzberechtigung verloren. Die Politik habe den „eindeutigen Befehl“ umzusetzen.

Beim Land NÖ zeigt man sich davon unbeeindruckt, man habe derzeit andere Probleme. „Momentan müssen wir in NÖ schnell Quartiere schaffen, dass die Flüchtlinge im Winter nicht auf der Straße schlafen müssen und keine Hotspots entstehen“, lässt der zuständige SP-Landesrat, Maurice Androsch, über seinen Pressesprecher ausrichten. Und: „Offenbar bewegt das Thema ,Asylunterbringung’ die Dürnkruter angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung nicht.“

SP-Ortschef Herbert Bauch stellt, auf das Ergebnis angesprochen, fest: „Knapp 85 Prozent haben es vorgezogen, zuhause zu bleiben. Von den 550 Leuten, die unterschrieben haben, sind 200 nicht gekommen. Dass die, die zur Abstimmung gegangen sind, dagegen sind, war klar.“ Nun soll es weitere Gespräche geben und danach entschieden werden, wie künftig verfahren wird.