Erstellt am 10. Februar 2016, 05:03

von Erwin Nußbaum und Nina Wieneritsch

Volksbefragung: Rad-Brücke über March?. Nachdem 2015 Gerüchte um Fluss-Querung für Pedalritter laut wurden,sollen in Marchegg nun Bürger abstimmen. Dürnkrut gilt als zweiter möglicher Standort.

VP-Stadtchef Haupt (links): »Brücke wäre wichtig für die Entwicklung Marcheggs.« SP-Stadtrat Klement (rechts): »Bin für bewachten Übergang.«  |  NOEN, ÖVP, SPÖ

Was verbirgt sich hinter dem hölzern formulierten Punkt 7 der kommenden Gemeinderatssitzung „Beschlussfassung über die Zustimmungserklärung für die Umsetzung des Fuß- und Radwegbrückenprojekts Marchegg“? Bekommt die Stadt nun doch eine Radfahr-Querung über die March?

Nachdem das Pkw-Brücken-Projekt in Angern im Jahr 2014 per Abstimmung von der Bevölkerung zu Grabe getragen worden war ( die NÖN berichtete ), wurden Anfang 2015 Überlegungen laut, die dadurch frei gewordenen Gelder anderweitig zu verwenden. Dabei fiel auch das Schlagwort „Radfahr-Brücke“. Damaligen Gerüchten zufolge war die Storchenstadt als möglicher Standort für eine solche March-Querung zu dieser Zeit bereits im Gespräch (die NÖN berichtete).

Haupt: "Wichtiger Schritt in der Entwicklung Marcheggs"

Von VP-Bürgermeister Gernot Haupt hört man Genaueres: „In der kommenden Gemeinderatssitzung wird darüber abgestimmt, ob eine Volksbefragung zur Radfahr-Brücke durchgeführt wird.“ Sollte diese Befragung zustandekommen, werde diese gemeinsam mit der Bundespräsidenten-Wahl am 24. April durchgeführt.

Und so steht der Bürgermeister der Storchenstadt persönlich zu der Brücken-Causa: „Ich sehe das Projekt als wichtigen Schritt in der Entwicklung Marcheggs. Ein Mosaikstein in einem Bild, das mit der Landesausstellung vervollkommnet würde.“

Ängste vor steigender Kriminalität versucht er zu beruhigen: „Die Brücke ist nicht für Autos ausgelegt. Und dass Einbrecher das Diebesgut stückweise über die Radfahrbrücke bringen, halte ich für unwahrscheinlich.“

Auch Dürnkrut im Gespräch

Die Marchegger SPÖ unter Stadtrat Karl Heinz Klement steht der Radfahr-Brücke auf jeden Fall skeptisch gegenüber. „Sollte sie aber tatsächlich kommen, bin ich persönlich für einen bewachten Übergang.“

Für einige überraschend, steht FPÖ-Stadtrat Christian Marek dem Projekt grundsätzlich offen gegenüber: „Wenn es den Tourismus stärkt und dem Ausbau der Radwege dient, wäre diese Brücke eine sinnvolle Ergänzung.“ Die Sicherheit an den Grenzen sei aber trotzdem zu gewährleisten.

Übrigens: Nicht nur Marchegg ist als Radbrücken-Standort im Gespräch, auch in Dürnkrut könnte man künftig die March per Rad queren. Das Land NÖ sei in dieser Sache jedenfalls an ihn herangetreten, so SP-Ortschef Herbert Bauch. Am Donnerstag gebe es diesbezüglich eine Besprechung, prinzipiell habe man mit einer Radbrücke von der Gemeinde ins Nachbarland keine Probleme. Das Brücken-Projekt bleibt also kein Gerücht, sondern geht bald in seine heiße Phase.