Erstellt am 29. Januar 2016, 12:03

von Nina Wieneritsch

VP-Finanzstadtrat Doschek: „HTL-Verband? Bin Realist“. Projekte, Flüchtlinge, Stadtchef-Wechsel und – natürlich – die unendliche Geschichte über die HTL: Die NÖN lud VP-Finanzstadtrat Helmut Doschek zum Gespräch.

Helmut Doschek lebt in der Zistersdorfer Katastralgemeinde Groß-Inzersdorf. Er übernahm nach der Gemeinderatswahl im Jänner 2015 den Posten des Finanzstadtrats als Nachfolger von Robert Kraft.  |  NOEN, Wieneritsch

Er gilt als Zukunftshoffnung der Zistersdorfer ÖVP und wird auch schon als nächster Bürgermeister gehandelt: Finanzstadtrat Helmut Doschek sprach mit der NÖN über den Stadtchef-Wechsel, kommende Projekte und den „Dauerbrenner“ HTL.

NÖN: Gleich vorneweg – wie sieht es bezüglich HTL aus? Wann wird etwas Konkretes passieren?
Doschek: Von Gemeindeseite ist klar, dass wir die HTL (die seit 2007 provisorisch im Kulturhaus untergebracht ist, Anm.) nur im Kulturhaus belassen können. Es gibt zwei Möglichkeiten: Die Adaption des Gebäudes, oder die Beibehaltung des Kulturhaus-Saals und die gleichzeitige Errichtung von Klassenzimmern rundherum. Wir möchten den Saal auf jeden Fall erhalten und den Gastro-Bereich erweitern. Außerdem sollen alle Werkstätten für die HTL integriert werden.

Was passiert mit dem Hallenbad, das Ende Juni geschlossen wurde?
Doschek: Das Hallenbad ist noch im Gebäude, aber nicht mehr in Betrieb. Das Becken wird wahrscheinlich aufgefüllt und dient dann als Fundament für die jeweiligen Räumlichkeiten.

Können Sie sich einen „HTL-Verband“ nach Vorbild des in Gänserndorf angestrebten Hallenbad-Verbandes vorstellen?
Doschek: Das wäre schön, aber ich bin Realist. Ich wünsche mir jedenfalls politische Unterstützung. Die HTL mit Schwerpunkt Gebäudetechnik ist ein wichtiges Standbein für uns, schließlich ist sie in der Region die einzige ihrer Art. Mir wäre wichtig, dass sie als regionales Projekt behandelt wird.

Abgesehen davon – welche Projekte stehen heuer an?
Doschek: Wichtige Punkte sind die Baulandaufschließung sowie die Straßen- und Gehsteigsanierung. Außerdem wollen wir den Schlosspark umgestalten. Es soll dort ein Spielplatz errichtet und das Gelände so adaptiert werden, dass es als Veranstaltungsareal für Sommerkonzerte und Ähnliches genutzt werden kann. Die Arbeiten sollen noch heuer starten. Außerdem wird nachgepflanzt (nachdem Ende 2013 Baumrodungen für einen Aufschrei vor allem auf Grünen-Seite sorgten, Anm.), auch bei der Mooskirche. Dort schwebt mir eine Art Stammbuch vor, in dem die Namen der jeweiligen Geburtenjahrgänge verewigt werden.

Wie sieht es eigentlich – nachdem mehrfach darüber berichtet wurde – mit der Flüchtlings-Unterbringung in der Gemeinde aus?
Doschek: Mittlerweile sind drei Familien bei Privaten untergebracht. Wir gehen davon aus, dass sich noch weitere Plätze in privaten Unterkünften finden werden. Die Gemeinde kann keine geeigneten Räume zur Verfügung stellen.

Last but not least: Stimmen die Gerüchte, dass Zistersdorf noch in dieser Periode einen neuen Stadtchef bekommt?
Doschek: Bürgermeister Wolfgang Peischl tritt bei der nächsten Gemeinderatswahl wahrscheinlich nicht mehr als Spitzenkandidat an, wir werden aber jetzt nicht wechseln, das Wahlergebnis ist schließlich ein Auftrag. Ich stehe – ohne vorgreifen zu wollen – jedenfalls zur Verfügung, möchte das Amt aber auch nicht erst kurz vor der nächsten Gemeinderatswahl übernehmen, sondern mit ein bisschen Vorlaufzeit.