Erstellt am 09. November 2015, 12:12

von Markus Szelnekovics

VP-Vize Hofer tritt ab. Er galt als "Nachwuchshoffnung" der Obersiebenbrunner Schwarzen, nun will er sich verstärkt seinem Privatleben widmen.

Andreas Hofer zieht sich aus der Gemeindepolitik zurück.  |  NOEN, Foto: Archiv

Ein politischer Paukenschlag erschüttert Obersiebenbrunn: Völlig überraschend legte VP-Vizebürgermeister Andreas Hofer sämtliche seiner Ämter in der Marktgemeinde zurück. Als Grund gab er an, mehr Zeit für sein Privatleben (Hofübernahme, Studium) zu benötigen. Sein Nachfolger soll Rudolf Greul werden.

Hofer war seit 2009 politisch in Obersiebenbrunn und im Bezirk tätig: Sein Engagement begann mit der Gründung der JVP Obersiebenbrunn. Darauf folgte die Funktion als Gemeinderat und heuer das Amt des Vizebürgermeisters. „Mein Bestreben war, mich für alle Generationen einzusetzen und Ziele rasch in die Tat umzusetzen. Dies beanspruchte viel meiner Privatzeit.“

"Kann nicht mehr zur Gänze die Leistung bringen"

Nun steht aber bald die Übernahme des Betriebs seines Vaters an und parallel dazu der Studienabschluss. „Ich kann nicht mehr zur Gänze die Leistung bringen, die von einem Vizebürgermeister verlangt wird. Dies bewog mich schweren Herzens zum Rücktritt“, so Hofer.

Die Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner „GO7“ und Bürgermeister Werner Pozarek funktionierte seiner Meinung nach vorbildlich: „Nach einem halben Jahr konnten wir mehr als die Hälfte unseres Wahlprogramms umsetzen. Das soll weiterhin gewährleistet werden und ich freue mich, mitteilen zu dürfen, dass sich unser Rudi Greul bereit erklärt hat, das Amt des Vize mit viel Elan und Engagement fortzusetzen.“

SP-Vorsitzender Porsch „völlig überrascht“

Völlig überrascht war die SPÖ Obersiebenbrunn und deren Vorsitzender Herbert Porsch, der erst durch die NÖN von Hofers Rücktritt erfuhr: „Obwohl die SPÖ Obersiebenbrunn die mandatsstärkste Partei ist, wird sie seit der Machtübernahme von GO7 und ÖVP von jeglicher Information der Marktgemeinde ausgeschlossen.“

Porsch traut dem Frieden bezüglich des Rücktritts nicht: „Mich würde es nicht wundern, wenn auch die ÖVP wenig Information seitens der GO7 erhalten hat. Wir gehen davon aus, dass der angegebene private Zeitdruck eine politisch motivierte Aussage darstellt und mit dem tatsächlichen Grund nichts zu tun hat. Vielmehr ist unsere Annahme, dass sich die Koalition schon nach einem knappen halben Jahr nicht mehr einig ist und dass Andreas Hofer als junger dynamischer Politiker deshalb das Handtuch wirft.“

Porsch zur Neubesetzung des Vizebürgermeisteramtes: „Wir sind der Meinung, dass es eine bessere Besetzung für dieses Amt gäbe, da sich die Zusammenarbeit mit Greul als äußerst schwierig gestaltet hat. Jedoch müssen wir anmerken, dass er noch der ,erfahrenste Gemeinderat‘ in der Koalition ist.“

GO7-Bürgermeister Pozarek war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.