Weikendorf

Erstellt am 23. September 2016, 04:30

von Erwin Nußbaum

Polit-Gespräch: Tiefrot – und nicht tot?. Was wurde aus der Kommunistischen Partei im Bezirk? Die NÖN traf KP-Bezirkssprecher Markus Fendrych, um hinter den roten Vorhang zu blicken.

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Was wurde eigentlich aus – der KPÖ? Um diese Frage zu beantworten, traf die NÖN nun Markus Fendrych, den Bezirkssprecher der Kommunistischen Partei im Bezirk, zum Gespräch. Wie ist es denn nun um die Kommunisten bestellt?

„Sehr gut“, meint der Weikendorfer – er könne zwar keine genauen Zahlen nennen, doch habe sich die Zahl der Mitglieder im Bezirk mittlerweile verdoppelt. Er gibt zwar zu, dass es vergleichsweise wenige sein sollen – in einigen Gemeinden lediglich im einstelligen Bereich –, verweist aber gleichzeitig auf die strengen Aufnahmekriterien der Kommunisten: „Wir sehen uns jeden Interessenten genau an.

Wenn der nur zu uns kommt, um irgendeine Position zu erlangen, wird er ausgesiebt.“ Es gebe zwar auch eine starke Alt-Jung-Schere zwischen betagteren und „frischge’angten“ Parteimitgliedern – davon könne man aber auch profitieren.

"FPÖ ist alles andere als sozial"

Die KPÖ – eine Partei für den politischen Idealisten? „Bis zu einem gewissen Grad, ja“, meint Fendrych. Die Sozialdemokratie habe sich von ihren sozialistischen Wurzeln weit entfernt und sei nun eine ebenso wirtschaftsliberale Partei wie die ÖVP: „Wenn man so lange auf Bundesebene quasi verheiratet ist, dann wird man sich unweigerlich immer ähnlicher.“

Die Grünen, von denen man meinen könnte, dass sie den Idealen der Tiefroten am nächsten stünden, würden sich „jedem anbiedern und ihre Prinzipien aufgeben, um auch mitregieren zu dürfen“. Und die FPÖ? Der ehemalige Blaue holt aus: „Die sogenannte ‚soziale Heimatpartei‘ ist alles andere als sozial. Die tun kurz vor Wahlen so, als ob sie dem kleinen Mann helfen wollen, um an die Macht zu kommen.“ Harte Worte von einem Mann, der bis 2013 noch Vize-Bezirkschef der FPÖ war.

Wie geht es nun weiter mit der KPÖ? Laut Fendrych will man sich in kleinen Schritten der Bevölkerung wieder in Erinnerung rufen: Verteilaktionen und offene Frage-Antwort-Abende sollen den Kontakt zum Bürger herstellen – um zu zeigen, „dass die Einzigen, die nicht nur davon reden, sozial zu sein, sondern auch aktiv etwas tun, wir sind – die KPÖ“. Darf man 2020 bei den Gemeinderatswahlen mit den Kommunisten rechnen? Fendrych meint überzeugt: „Ja.“